Rund 10.000 Besucher wurden Freitagabend bei der "Langen Nacht der Kirchen" gezählt. - © Erzdiözese Salzburg
„Wir können als Kirchen nichts Besseres tun, als diese Räume frei zu halten um der Menschen willen“, sagte Domdechant Prälat Hans Walter Vavrovsky am Freitag beim ökumenischen Gottesdienst der fünften Langen Nacht der Kirchen im Salzburger Dom. Viel teurer Raum verschenke sich für den Gottesdienst, für Gebet und Besinnung. „Wo der Mensch Gott Raum lässt, da kann er aufatmen und zu sich selber kommen“, sagte Vavrovsky. Trotz Kälte und Dauerregens waren 10.000 (Vorjahr: 15.000) Besucherinnen von Kirche zu Kirche unterwegs, die Stimmung war ausgezeichnet.
„Natürlich musste so manche Veranstaltung vom Freien ins Warme verlegt werden“, berichtet Stefan Binder, der Koordinator des Abends. Er zeigt sich zufrieden mit dem Besuch. Der Eröffnungsgottesdienst stand unter dem Motto „Blind - Ungesehen“, ausgehend von der Evangeliumsstelle, in der Jesus den Blinden von Bethsaida sehend macht. Der Text wurde von der blinden Helga Schwaighofer aus Elsbethen vorgetragen.
„Wir tun uns schwer im Umgang mit Behinderten, doch Jesus wendet sich gerade diesen Menschen zu“, sagte Pfarrer Martin Eisenbraun von der Altkatholischen Kirche. Nähe könne Verletzungen wieder gut machen. „Diese Geschichte stiftet uns an, die Menschen zu sehen, die anders sind als wir“. Durch Zuwendung könnten wir Wunder wirken, meinte Eisenbraun. Schülerinnen der Bundesanstalt für Kindergartenpädagogik der Franziskanerinnen unter der Leitung von Christine Schlechter stellten das Evangelium mit Tanz und Musik dar.
Schwungvoll gestaltete der Oikumenia Gospel-Chor unter der Leitung von Manfred Schwarz die Eröffnungsfeier, an der noch Senior Klaus Niederwimmer von der evangelischen Kirche, und Charlotte Schwarz von der evangelisch-method. Kirche mitwirkten.
Die Zählkarten für die Besteigung der Domtürme waren trotz des Schlechtwetters auch heuer wieder heiß begehrt, am Abend gab es nur noch wenige Restkarten. Statt im Stiftshof der Erzabtei St. Peter spielten die „Salzburger Nockerl“ vor vielen Fans im Romanischen Saal auf, wo das „Kulinarium“, ein Sozialprojekt mit Behinderten, für Verpflegung sorgte. Viel Publikum zog es in die Stiftskirche, wo die Jugendkantorei mit Gerrit Stadlbauer und der Chor Strobl mit Maria Weikinger eine Gospel-Mass intonierten. Die Stiftsmusik unter Armin Kircher wartete mit Marianischer Musik aus der Mozartzeit auf.