11. Juni 2012 13:47; Akt.: 11.06.2012 13:47

13.300 Blutkonserven werden jährlich in Vorarlbergs Krankenhäuser benötigt

Nur 3 Prozent der Vorarlberger spenden Blut. Nur 3 Prozent der Vorarlberger spenden Blut. - © ÖRK Vorarlberg
Feldkirch – Die Blutspenden retten jährlich tausende Menschen, die sonst nach Unfällen, Operationen, Geburtskomplikationen oder andern Notfällen sterben würden. Am 14. Juni ist Welt-Blutspendetag. Zum landesweiten Blutspenden wird eingeladen.

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„Mit der Spende des roten Lebenssaftes retten Sie das Leben von in Not geratenen Menschen“, erklärt Roland Gozzi, Geschäftsführer des Roten Kreuzes in Vorarlberg anlässlich des Welt-Blutspendetages am 14. Juni. In Vorarlberg werden jährlich rund 13.300 Blutkonserven benötigt, die an den Vorarlberger Krankenhäusern verwendet werden.

Ein Großteil davon werde für Schwerverletzte, in der Tumorchirurgie, für Dialysepatienten und in der Prothesenchirurgie verwendet. Größter Abnehmer sei allerdings seit einigen Jahren die Onkologie, denn wenn durch die Chemotherapie auch die gesunden Blutzellen reduziert werden, benötigen die Patienten Bluttransfusionen.

„In der Onkologie können immer mehr Krebserkrankungen mit immer aggressiveren Behandlungen bekämpft werden, wodurch auch die Zahl der Bluttransfusionen in diesem Bereich steigt“, erklärt OA Dr. Georg Pfanner, Transfusionsbeauftragter am Landeskrankenhaus Feldkirch.

Mehr Blut wird benötigt

Durch die höhere Lebenserwartung, die zunehmende Zahl an großen Operationen und die steigende Anzahl schwerer Unfälle mit Polytraumata durch das geänderte Freizeitverhalten, sei der Bedarf an Transfusionen in den letzten Jahren gestiegen. „Wir versuchen möglichst sparsam mit dieser kostbaren Spende umzugehen“, erklärt OA Dr. Pfanner, warum die Zahl der benötigten Blutkonserven dennoch gleich bleibt. Dabei hilft ein Konzept zur Fremdblutvermeidung, das schon seit über zehn Jahren am Landeskrankenhaus Feldkirch eingesetzt wird.

Blut maschinell Aufbereiten

Dazu gehören unter anderem Eigenblutspenden bei planbaren Operationen, aber auch gezielte Gerinnungstherapie, die bei schweren Unfällen mit großem Blutverlust dazu beiträgt, den Blutverlust möglichst in Grenzen zu halten. Auch die Wiederaufbereitung des Blutes im Operationssaal durch maschinelle Autotransfusionen trägt dazu bei Blutkonserven zu sparen. Dennoch betont Dr. Pfanner wie wichtig Blutkonserven bei der Arbeit im Operationssaal sind, denn Blut müsse bei fast jeder größeren Operation bereit gestellt werden, auch wenn es nicht immer benötigt wird.

„Gerade am Landeskrankenhaus Feldkirch, wo wir Schwerverletzte mit Polytrauma behandeln, kann es vorkommen, dass ein Patient bis zu 40 Blutkonserven und ebenso viel gefrorenes Plasma sowie Blutplättchenkonzentrate benötigt“, berichtet der Anästhesist aus der Praxis.

So funktioniert Blutspenden

Bis aus der Blutspende eine Blutkonserve wird, ist hoher technischer Aufwand nötig, denn Abzapfen und wieder einfüllen – so einfach funktioniere das Blutspenden nicht. Die Herstellung von Blutkonserven sei eine eigene Wissenschaft geworden. Kein Patient erhält heute mehr „Vollblut“-Konserven, sondern genau die Blutbestandteile, die er für seine Behandlung benötigt. Das Vollblut des Spenders muss dafür in seine Komponenten zerlegt werden. Ergebnis der Laborarbeit ist das Notfallmedikament Nr. 1, ein Beutel mit einem Konzentrat aus roten Blutkörperchen und einer mit Plasma.

Erstspender sind Mangelware

Österreichweit liegt die Zahl der Blutspender bei rund 3,5 Prozent. In Vorarlberg sind es rund 3 Prozent. „Leider geht nach wie vor nur ein Bruchteil der potenziellen Spender zur Blutspende. Besonders mangelt es dabei an Erstspender“, bedauert Gozzi und ruft gerade vor dem Sommer zum Blutspenden auf, denn während der Sommerpause ist Blut immer knapp – und wird doch dringend benötigt.

„Deshalb ist es notwendig, ausreichend Reserven von Blutkonserven zu schaffen, um auch in der Urlaubszeit alle Krankenhäuser mit Blut versorgen zu können“, so der Geschäftsführer des Roten Kreuz Vorarlberg.  Wichtig sei auch, immer wieder zu spenden, denn Blut kann nicht künstlich erzeugt und nur zeitlich begrenzt gelagert werden.

Termine fürs Blutspenden in Vorarlberg

VOL.AT, Rotes Kreuz



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