15-Jährige im Bezirk Braunau an Meningitis erkrankt

Eine Impfung hätte den Fall verhindern können, so der Bezirkshauptmann. (Archiv)
Eine Impfung hätte den Fall verhindern können, so der Bezirkshauptmann. (Archiv) - © Kevork Djansezian/Getty Images/AFP
Eine 15-jährige Schülerin aus dem Bezirk Braunau in Oberösterreich ist an Meningitis erkrankt. 30 Personen aus ihrem Umfeld, darunter ein Baby, wurden vorsorglich mit Antibiotika behandelt. Bezirkshauptmann Georg Wojak bestätigte der APA am Mittwoch einen Bericht der “Kronen Zeitung” und beklagte zunehmende Impfmüdigkeit. Das Mädchen ist laut Spital außer Lebensgefahr.


Die Schülerin aus einer kleinen Innviertler Gemeinde hatte vergangene Woche Grippesymptome gezeigt, die sich rasch verschlechterten. Im Krankenhaus wurde schließlich die lebensgefährliche bakterielle Gehirnhautentzündung diagnostiziert. Am Freitag habe das Spital die Behörde über das Auftreten der meldepflichtigen Krankheit informiert, so Wojak, am Samstag seien 30 Personen prophylaktisch behandelt worden – darunter Klassenkameraden des Mädchens, Kollegen aus diversen Vereinen und Angehörige.

Bezirkshauptmann erinnert an Impfung

Der Fall wäre laut Wojak durch eine Impfung zu verhindern gewesen. Aber: “Wir sehen, dass die Impfbereitschaft nachlässt”, es habe zuletzt auch mehrere Fälle von Röteln oder TBC im Bezirk gegeben.

90 Meningitis-Tote in den letzten 15 Jahren

Verantwortlich für Infektionskrankheiten wie Meningitis (Hirnhautentzündung) oder auch Blutvergiftung sind häufig Meningokokken (Neisseria meningitidis) – Bakterien, die beim Menschen den Hals- und Rachenraum besiedeln. Meningokokken-Erkrankungen sind in Österreich zwar relativ selten, weisen jedoch eine hohe Mortalitätsrate auf. Jeder zehnte Erkrankte stirbt trotz adäquater medizinischer Behandlung, jeder fünfte Überlebende leidet unter Langzeitfolgen wie Lähmungen, Hirnschäden, Amputationen oder Gehörverlust.

Bis zu hundert meldepflichtige Fälle werden jährlich in Österreich registriert. 2015 waren es in Österreich 27 invasive Meningokokken-Infektionen bei elf Todesfällen. 2016 stieg die Zahl der Erkrankungen laut dem Jahresbericht der Nationalen Referenzzentrale für Meningokokken erstmals seit 2009 wieder an: es wurden 37 Fälle gemeldet, drei Patienten überlebten nicht. Insgesamt starben zwischen 2003 und 2016 in Österreich 90 Personen – vor allem Kinder und Jugendliche – an den Folgen einer Meningokokken-Infektion. In Entwicklungsländern, etwa in afrikanischen Staaten unterhalb der Sahara, kommt es regelmäßig im Abstand von wenigen Jahren zu schweren Meningokokken-Epidemien.

Meningitis: Symptome anfangs grippeähnlich

Die Symptome einer Meningitis sind zu Beginn grippeähnlich und damit unspezifisch und mitunter schwer erkennbar. Später kommen extrem starke Kopfschmerzen, Nackensteifheit, hohes Fieber, Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit dazu. Zudem trägt der rasche Verlauf der Krankheit zu ihrer Gefährlichkeit bei – zwischen Ansteckung und Ausbruch liegen nach Angaben der WHO nur drei bis vier Tage. Die Übertragung der Meningokokken erfolgt durch Tröpfcheninfektion.

(APA)

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