20 Kinderschuhe im Test: Nur ein Modell “Sehr Gut”

Probleme sahen die Tester vor allem bei Sohlen und mit Schadstoffen. (Symbolbild)
Probleme sahen die Tester vor allem bei Sohlen und mit Schadstoffen. (Symbolbild) - © dpa/Martin Gerten
Der Schwachpunkt vieler Kinderschuhe ist die Sohle, außerdem enthalten einige Modelle noch immer zu viele Schadstoffe, und die Größenangaben mancher Hersteller stimmen weiterhin nicht: Für das Magazin “Konsument” hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) 20 Paar Halbschuhe bzw. Sneakers der Größen 31 und 35 getestet. Nur ein einziges Modell schaffte ein “Sehr gut”.

Selbst der Testsieger Richter kam im Prüfpunkt “Schutzfunktion der Sohle” über ein durchschnittliches Ergebnis nicht hinaus. Was Eltern laut den Konsumentenschützern wissen sollten: Ist die Sohle zu biegsam, bietet sie dem Fuß keinen Halt, was zur Überlastung der Muskulatur führt. Biegen sollte sie sich ausschließlich hinter den Zehen, am Ballenbiegepunkt. Ist sie dort zu steif, behindert sie den Fuß beim Abrollen. Tadellos seien hier nur die Modelle von Richter, Elefanten und Starwars. Auch bei der “Sprengung”, dem Gelenkstück der Sohle, das zwischen dem Zehenballen und dem Fersenauftritt liegt, war die Mehrheit der Schuhe bestenfalls mittelmäßig. Bei der Auszeichnung mit Längen- und Breitenangabe seien nur die Marken Richter, Superfit und Elefanten “top”.

Schadstoffe in Kinderschuhen entdeckt

Einige Modelle patzten bei der Untersuchung auf Schadstoffe. Zwei als möglicherweise krebserregend eingestufte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) fanden sich in dem Modell des Labels Boyz. Wegen der “hohen Gehalte” von Benzo(a)anthracen und Chrysen hätte der Schuh “unserer Meinung nach gar nicht verkauft werden dürfen”, so die Tester, die hier das einzige “Nicht zufriedenstellend” vergaben. “Da es unser Anspruch ist, unbesehen von gesetzlichen Grenzwerten PAK-freie Produkte anzubieten, haben wir uns dazu entschieden, das gegenständliche Boyz-Produkt aus dem Verkauf zu nehmen, obwohl es verkehrsfähig ist”, reagierte die in Graz ansässige Leder & Schuh AG auf das Testergebnis.

Auch andere Modelle, die deutlich geringere Mengen aufwiesen, wurden abgewertet. Begründung: “Krebserregende PAK haben selbst in Spuren in Kinderschuhen einfach nichts verloren.” Gleiches gelte für das Lösungsmittel Dimethylformamid. Weichmacher fanden sich dagegen praktisch keine, ebenso wenig Amine aus verbotenen Azofarbstoffen oder Chrom VI.

Ein “Sehr Gut” und fünf “Gut” im Schuhtest

Neben dem Testsieger und dem Testverlierer gab es fünf “gute” Noten (Superfit, Geh Gu Ti Gut, Bama, Primigi und Ecco) sowie fünf “durchschnittliche” und acht “weniger zufriedenstellende” Ergebnisse. Kinder brauchen gutes Schuhwerk, weil ihre im Wachstum befindlichen Füße empfindlich reagieren: Da die Knochen biegsam und die Muskulatur sowie die Bänder schwach sind, erzwingt ein ungeeigneter Schuh Fehlstellungen, warnten die Tester. Damit können nicht nur die Füße, sondern auch die Wirbelsäule und der gesamte Bewegungsapparat Schaden fürs Leben nehmen.

(APA)

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