200 ehrenamtliche Salzburger retten jährlich 35.000 Amphibien

An machen Stellen überqueren im Frühjahr 20.000 Amphibien die Straße.
An machen Stellen überqueren im Frühjahr 20.000 Amphibien die Straße. - © APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
Bis zu 35.000 Amphibien wird jeden Frühling durch Amphibienzäune und ehrenamtliche „Froschglauber“ das Leben gerettet. Sobald die Temperaturen milder werden wandern Frösche und Co. zu ihren Laichgewässern, die oft durch Straßen von den Winterquartieren getrennt sind. Wir haben mit Maria Jerabek von der Naturschutzabteilung des Landes darüber gesprochen, welche Gefahren die Reise für die Amphibien birgt.




Weltweit gibt es über 5.000 Amphibienarten, 15 davon sind im Bundesland Salzburg beheimatet. Sie brauchen im Verlauf eines Jahres verschiedene Lebensräume. Im Frühling begeben sich viele Arten auf Wanderschaft, um zu ihren Laichgebieten zu gelangen. Während manche einige Kilometer zurücklegen, gehen andere nur einige hundert Meter weit. Über einen Zeitraum von drei bis fünf Wochen wandern alle geschlechtsreifen Tiere zu den Gewässern und das ist oft nicht ganz ungefährlich.

Große Gefahr für Amphibien

Die Wintergebiete sind oft durch Straßen von den Laichräumen getrennt. An manchen Stellen wandern 20.000 Tiere pro Saison über die Straße. Die Gefahr, dass die Amphibien die Wanderschaft nicht überlegen, ist aufgrund der hohen Konzentration sehr hoch, erzählt Jerabek im Gespräch mit SALZBURG24. Jedoch nicht nur das Zusammenfahren kostet vielen der Tiere das Leben. „Es reicht, wenn sich die Amphibien unter dem Auto befinden. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h entsteht ein Unterdruck und sie zerplatzen innerlich“, weiß die Expertin vom Land.

Haus der Natur koordiniert “Froschglauber”

Mit der Zeit haben sich Freiwillige zusammengefunden, die sich in der Wanderzeit der Tiere annahmen und ihnen einen sicheren Weg bieten wollten. In den letzten Jahren ist die Zahl der Helfer auf etwa 200 gewachsen. Seit dem Jahr 2000 gibt es eine Kooperation vom Straßenbau- und dem Naturschutzamt des Landes mit dem Haus der Natur. Bei Letzterem laufen die Fäden zusammen, für die „Froschglauber“, die Mitarbeiter des Landes und auch der Gemeinden gibt es spezielle Schulungen für den richtigen Umgang.

Wanderstrecken ändern sich

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Tiere sicher zu ihren Laichräumen zu bringen. Zum einen werden an Straßenrändern Zäune aufgestellt und jeden Morgen helfen etwa 150 ehrenamtliche Helfer, die Amphibien sicher über die Straße zu bringen. „So wurde 2016 etwa 35.000 Tieren das Leben gerettet“, erzählt Jerabek. An Landesstraßen werden die Zäune von Mitarbeitern der Straßenmeisterei, an Gemeindestraßen von Bauhofmitarbeitern aufgestellt. Die Position und die Länge werden im Vorfeld mit Mitarbeitern vom Haus der Natur abgeklärt, da sich die Wanderstrecken jährlich ändern können.

An hochfrequentierten Strecken und dort, wo es baulich möglich ist, werden Tunnelleitanlagen errichtet. Hier können Frosch und Co. selbstständig hin- und auch wieder zurückwandern.  „Bei Straßensanierungen werden solche Leitanlagen oft miteingebaut“, so Jerabek.

Hier wandern Amphibien in Salzburg

Wo man im Land Salzburg besonders im Frühjahr trotz Amphibienzäunen als Autofahrer aufpassen muss, seht ihr auf unserer Landkarte.

Fehlende Helfer

Dort, wo weder Zäune noch Leitanlagen errichtet werden können, wie etwa der Kreuzbergpromenade und der Sinnhubstraße in der Stadt Salzburg, rücken die „Froschglauber“ mit Kübeln aus und sammeln die Tiere per Hand ein. “In manchen Orten gäbe es zwar Wanderstrecken, dort fehlen uns aber die freiwilligen Helfer”, bedauert die Naturschutzexpertin.

„Die Tiere wandern nicht alle auf einmal zurück, da sich manche Tiere länger im Gewässer aufhalten als andere und auch die Entwicklung der Jungtiere unterschiedlich lange dauert“, erklärt Jerabek abschließend.

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Schüler wirft mit Stühlen und ... +++ - Schneebedeckte B99 sorgt für U... +++ - Salzburger Konditorei Fürst si... +++ - Mehrere Verletzte nach Pkw-Cra... +++ - B167: Dreifach-Crash fordert V... +++ - Kekserl essen ohne zusätzliche... +++ - ÖAMTC baut neuen Stützpunkt in... +++ - 30 Millionen Euro für Lärmschu... +++ - Bettler nimmt 86-Jährige in Sa... +++ - Studiengebühren: Wer derzeit z... +++ - Pistenraupe kracht in Obertaue... +++ - Uttendorf: Pkw landet nach Übe... +++ - St. Michael: Crash fordert zwe... +++ - Palfinger: Gewinnwarnung bei v... +++ - Oberndorfer Krankenhaus: Hofra... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen