200 Gymnastinnen aus zehn Nationen bei Sissi Cup in Salzburg

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Die fünf jungen Turnerinnen treten beim Sissi Cup an.
Die fünf jungen Turnerinnen treten beim Sissi Cup an. - © Land Salzburg/Julia Schrammel
“Noch einmal, noch einmal”, hallt es durch die Turnhalle, während Ella (14) den Reifen in die Luft wirft, eine Pirouette schlägt und ihn mit den Füßen wieder fangen will. Sie ist Favoritin. Seit zwei Jahren im Nationalkader. Ihr großes Ziel: Beim Sissi-Cup, dem morgigen Wettkampf für Rhythmische Gymnastik im Sportzentrum Nord in der Stadt Salzburg, einen Treppenplatz einzunehmen. Auch Turnerinnen Anna (7), Johanna (13), Sonja (15) und Anna (8) sind bestens in Form und für die Konkurrenz gerüstet.

“Es sind 97 Prozent Arbeit, drei Prozent eiserner Wille”, spricht Trainerin Paulina Miklavcic aus eigener Erfahrung. Sie trainiert Ella, Johanna und Sonja bereits seit zehn Jahren. “Da entwickelt sich schon eine sehr enge Bindung. Ich kenne meine Mädchen sehr gut. Sie sind ja fast wie meine eigenen Kinder”, lächelt sie und erzählt: “Sie müssen die Musik quasi vertanzen, aber es muss alles sehr leicht aussehen. Es ist sehr schwer, wenn man während der Übung einen Fehler macht, sie aber dennoch zu Ende bringen muss. Das ist mentale Stärke. Genau das will ich ihnen vermitteln, das brauchen sie auch für ihr späteres Leben.”

“Dieser Ehrgeiz der jungen Sportlerinnen ist enorm und was sie leisten, ist unglaublich. Diese Körperbeherrschung – ihr Gleichgewichts- und Rhythmusgefühl – ist bewundernswert. Das gehört unterstützt und gefördert”, ist Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP)überzeugt.

Drei Stunden täglich hartes Training

Drei Stunden täglich trainieren die Mädchen, denn Wettkämpfe gibt es mindestens zehn pro Jahr. Nur im Sommer gibt es eine kurze Pause. Für Ella ist der Sissi-Cup heuer bereits der achte. Sie ist ehrgeizig, kennt aber ihre Grenzen. “Ich liebe es. Der Sport ist so schön und elegant und man kann immer etwas Neues dazulernen. Aber ich erlaube mir auch Fehler, die sind auch wichtig. Und der Spaß darf nie verloren gehen”, weiß die 14-Jährige, die am Samstag mit den beiden Geräten Ball und Reifen antreten wird und das Publikum schlichtweg verzaubern will: “Ich möchte am Samstag alle mitreißen mit meinen Gefühlen. Die Übung so gut wie möglich machen. Aber mir ist noch viel wichtiger: Die Zuschauer begeistern.”

Nervosität mit Gebeten bändigen

“Nervosität hat beim Wettkampf keinen Platz”, ist für die Trainerin klar und sie ergänzt: “Die Kampfrichter sehen das in deinem Ausdruck, in Bewegung und Mimik. Da hilft nur jede Menge Training. Wenn du kurz vor dem Auftritt die Übungen zwei Mal fehlerfrei machen kannst, dann ist das super.” Der gute Rat hilft den Mädchen nicht unbedingt weiter, denn aufgeregt sind sie jetzt schon alle, ganz besonders Johanna, die das Geheimrezept von Kollegin Ella gerne annimmt: “Am Abend zuvor bete ich und gehe die Übung von Anfang bis zum Ende geistig durch, immer und immer wieder. Am nächsten Tag kurz vor dem Auftritt bete ich wieder. Das hilft mir.” Keine Spur von Aufregung ist bei der kleinen Anna zu finden. Sie sieht es gelassen, will beim Wettkampf mit ihrem Gerät Seil nur eines: “Ich vergesse immer wieder, die Zehen zu strecken. Da muss ich morgen genau drauf schauen.”

Sissi Cup: 200 Gymnastinnen aus zehn Nationen

Der Sissi Cup ist ein internationaler Wettbewerb in der Rhythmischen Gymnastik, der zum Gedenken an die zu früh verstorbene Gymnastin und Trainerin Elisabeth “Sissi” Möstl ausgetragen wird. Als Handgeräte werden Ball, Reifen, Keule oder Band eingesetzt. Mehr als 200 Gymnastinnen aus zehn Nationen zeigen am Samstag ab 8.30 Uhr im Sportzentrum Nord ihr Können. Die Kinder- und Jugendklassen werden am Vormittag starten, Junioren und Elite sind am Nachmittag dran. Ausgetragen werden sowohl Einzel- als auch Gruppenbewerbe.

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