2016 starben 142 Menschen in EU bei Terroranschlägen

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In London Gedenken die Menschen den Opfern der Terroranschläge.
In London Gedenken die Menschen den Opfern der Terroranschläge. - © Ben STANSALL / AFP
Im Jahr 2016 gab es in der EU 142 Todesopfer und 379 Verletzte durch Terroranschläge. Das geht aus dem “EU-Terrorismus-Report” von Europol hervor, der am Donnerstagnachmittag auf Malta, dem aktuellen EU-Vorsitzland, vorgestellt wurde.

Insgesamt wurden demnach “142 gescheiterte, vereitelte und durchgeführte Terrorattacken” aus acht EU-Mitgliedstaaten gemeldet.

Mehr als die Hälfte (76) von ihnen wurden laut Europol im Vereinigten Königreich verübt oder zumindest geplant. Frankreich meldete 23, Italien 17, Spanien zehn, Griechenland sechs, Deutschland fünf, Belgien vier und die Niederlande einen gescheiterten, vereitelten und durchgeführten Angriff. Obwohl es eine große Anzahl von Terroranschlägen gab, die keinen islamistischen Hintergrund hatten, stellten diese Europol zufolge die schwersten Formen terroristischer Aktivitäten dar. Die meisten Toten waren durch jihadistischen Terror zu beklagen, nämlich 135 der insgesamt 142.

Zahl der Angriffe ging zurück

Dennoch ging die Gesamtzahl der jihadistischen Terroranschläge von 17 im Jahr 2015 auf 13 Angriffe im Jahr 2016 zurück, sechs davon hatten den sogenannten “Islamischen Staat” (IS) als Urheber. Auch die meisten Verhaftungen wurden im Zusammenhang mit dem jihadistischen Terrorismus registriert, ihre Zahl stieg im dritten Jahr in Folge an. Europol definiert Terrorangriffe als jede geplante oder ausgeführte Aktion, die einem Land oder einer internationalen Organisation schwer schaden könnte, indem sie zum Ziel hat, die Bevölkerung einzuschüchtern oder die Strukturen eines Landes zu schwächen.

127 Einsätze zur Terrorbekämpfung

Das Europäische Zentrum für Terrorismusbekämpfung bei Europol unterstützte demnach im Jahr 2016 127 Einsätze zur Terrorbekämpfung. Europol interpretierte dies als deutlichen Hinweis auf “das wachsende Spektrum jihadistischer Aktivitäten”. Sprengstoffe wurden bei 40 Prozent der Angriffe verwendet, heißt es in dem Report weiter. Zudem spielten Frauen, junge Erwachsene, und sogar Kinder zunehmend operative Rollen bei der Begehung terroristischer Taten.

Linksextremistische Angriffe gestiegen

Zudem listete der Bericht folgende Daten auf: “Die größte Anzahl von Angriffen, in denen eine terroristische Zugehörigkeit identifiziert werden konnte, wurden von ethnonationalistischen und separatistischen Extremisten durchgeführt (99).” Aber auch Angriffe, die von linksgerichteten Extremisten durchgeführt wurden, sind seit 2014 auf dem Vormarsch: “Sie stiegen im Jahr 2016 auf insgesamt 27, von denen die meisten (16) aus Italien gemeldet wurden.”

30 Verhaftungen in Österreich

In Österreich wurden im vergangenen Jahr 30 Personen wegen Jihadismus verhaftet. Das geht aus einem am Donnerstag präsentierten “EU-Terrorismus-Report” von Europol hervor. Das sind um 20 weniger als im Jahr 2015, bestätigte der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, am Freitag gegenüber der APA.

Vier weitere Personen wurden aufgrund einer “separatistischen Motivlage” festgenommen – diese bezieht sich jedoch nicht auf Österreich. Weil sich die betroffenen Personen aber zum Zeitpunkt der Festnahme dauerhaft oder zumindest temporär in Österreich aufhielten, ergebe sich daraus auch ein “Ermittlungsbezug” für die österreichischen Behörden, erklärte Grundböck. Verhaftungen wegen links- oder rechtsextremer terroristischer Handlungen gab es in Österreich keine.

Jihadisten sorgten für meisten Verhaftungen

Die Zahl der Verhaftungen wegen terroristischer Straftaten war im Jahr 2016 (1.002) niedriger als 2015 (1.077). Die meisten Verhaftungen erfolgten im Zusammenhang mit dem jihadistischen Terrorismus. Sie stiegen seit 2014 kontinuierlich an: 395 im Jahr 2014, 687 im Jahr 2015 und 718 im Jahr 2016. Die Anzahl der Verhaftungen für linke und separatistische terroristische Straftaten sank indes auf die Hälfte der Werte von 2015 (von 67 und 168 im Jahr 2015 bis 31 und 84 im Jahr 2016). Die Zahl der Verhaftungen wegen rechtsextremen Terrors blieb bei zwölf im Jahr 2016 im Vergleich zu elf im Jahr 2015 niedrig.

Frankreich war der einzige Mitgliedstaat, in dem die Gesamtzahl der Verhaftungen weiter zunahm: von 238 im Jahr 2014 auf 424 im Jahr 2015 und auf 456 im Jahr 2016. Fast ein Drittel der dort festgenommen Personen (291) war 25 Jahre alt oder jünger. Nur neun Prozent waren älter als 40 Jahre.

 

(APA)

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