2,1 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser

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Sauberes Wasser ist maßgeblich für die Gesundheit
Sauberes Wasser ist maßgeblich für die Gesundheit - © APA (dpa/Symbolbild)
Bis 2030 will die internationale Gemeinschaft allen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser garantieren – so lautet zumindest eines der UNO-Nachhaltigkeitsziele. Die Austrian Development Agency (ADA) unterstützt dies aktuell mit rund 20 Projekten. Denn noch heute leben 2,1 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser.

2017 förderte die ADA mit insgesamt 7,3 Millionen Euro Projekte und Programme, um die Wasserver- und Abwasserentsorgung in Entwicklungsländern zu verbessern. “Neben klassischen Trinkwasserversorgungsprojekten wie etwa im Norden Ugandas fördern wir auch den Auf- und Ausbau von Abwassersystemen zum Beispiel in Moldau”, sagte ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter anlässlich des Weltwassertages am 22. März. “Denn gerade nicht fachgerecht entsorgtes Abwasser kann sauberes Grundwasser verschmutzen und so zu Wasserversorgungsproblemen oder Krankheiten führen”, erklärte er. Ein weiterer wichtiger Punkt sei der Erhalt der Ökosysteme.

Mikroplastik wird mehr und mehr zum Problem

Die 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele wurden von der UNO-Vollversammlung im Herbst 2015 beschlossen. Unter Punkt 6 heißt es “Verfügbarkeit und nachhaltiges Management von Wasser und sanitären Einrichtungen sowie Abwassersystemen sichern”.

Bei einem Medientermin anlässlich des Weltwassertags stellte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Dienstag Österreichs glückliche Lage bezüglich der Trinkwasserversorgung in den Mittelpunkt. Die Verbesserung und Erhaltung der Wasserqualität werde auch im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft Priorität haben, so Köstinger unter Hinweis auf die Mikroplastik-Problematik.

Neue Trinkwasser-Richtlinie der EU

Köstinger sprach damit die Mitte Jänner von der EU-Kommission vorgestellte “Plastikstrategie” an, die eine langfristige Reduktion der Kunststoffabfälle zum Ziel hat, und die Österreich während der Präsidentschaft weiter thematisieren wolle. Auch die rund zwei Wochen danach vorgestellte EU-Trinkwasser-Richtlinie der Kommission kam bei der Veranstaltung zur Sprache. Als “großes Problem für die kleinen österreichischen Wasserversorger” bezeichnete diese Franz Dinhobl, Vizepräsident der Österreichischen Wasserversorgung (ÖVGW), in ihrer derzeit vorliegenden Form.

Österreich braucht nur drei Prozent der Reserven

Unproblematisch, auch im Vergleich mit anderen EU-Staaten, ist indes die Wasserversorgung der Bürger, wobei diese in Österreich zu 100 Prozent mit Quell- oder Grundwasser erfolge. Das ist laut Dinhobl “keine Selbstverständlichkeit”, denn Staaten wie Großbritannien oder Norwegen seien mehrheitlich auf Oberflächenwasser und dessen notwendige Aufbereitung angewiesen – nur zwölf Prozent betrage etwa der Grundwasseranteil in dem skandinavischen Staat. Positiv sei auch der Umstand, dass in Österreich nur drei Prozent der Wasservorkommen genutzt würden – in Belgien betrage der Prozentsatz rund 30 Prozent.

“Kommerzialisierung von Wasserreserven”

Köstinger erinnerte daran, dass die Wasserversorgung in Österreich auch durch das Bundesverfassungsgesetz aus dem Jahr 2013 gesichert ist und die “Kommerzialisierung der Wasserreserven” dezidiert ausgeschlossen ist. Die Ministerin kündigte zudem an, dass ab April Förderanträge in der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung auf einer neuen Onlineplattform eingereicht werden können. Zur Bewusstseinsbildung im Umgang mit der Ressource Wasser bei Kindern und Jugendlichen sollen indes die Aktionen um die jährliche “Trinkpass”-Aktion sowie die Aktion “Generation Blue” dienen.

Wasser zum Thema der EU-Ratspräsidentschaft

Was die EU-Ratspräsidentschaft Österreichs im zweiten Halbjahr betrifft, so werde das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus auch hier das Wasser thematisieren: Dafür sorgen unter anderem eine Fachkonferenz im Juli zu den gefährdeten Stören in Europa gemeinsam mit der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) und im September eine Europäische Wasserkonferenz im Wiener Museumsquartier, kündigte Köstinger an.

(APA)

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