240 Tote nach Unglücken im Mittelmeer befürchtet

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Heuer ertranken besonders viele Flüchtlinge im Mittelmeer
Heuer ertranken besonders viele Flüchtlinge im Mittelmeer - © APA (AFP)
Nach zwei Flüchtlingsunglücken im Mittelmeer werden bis zu 240 Tote befürchtet. Geborgen wurden seit Anfang der Woche zehn Tote, erklärte die italienische Küstenwache am Mittwoch. 230 Menschen würden aber weiterhin vermisst, die Suche nach ihnen werde fortgesetzt. Die Überlebenden erreichten unterdessen den Hafen der sizilianischen Stadt Catania.

Bereits am Montag war ein Schlauchboot gekentert, lediglich 15 Flüchtlinge überlebten das Unglück. Fünf Menschen konnten nur noch tot geborgen werden, Überlebende sprachen zudem von 135 Vermissten.

Bei einem weiteren Unglück am Dienstag kamen ebenfalls fünf Menschen ums Leben, 23 Flüchtlinge konnte die italienische Küstenwache retten. Weitere 95 Menschen werden noch vermisst.

Die griechische Küstenwache entdeckte unterdessen am Mittwoch vier tote Flüchtlinge in einem Boot in der Nordägäis. Weitere 15 Menschen wurden gerettet und in ein Krankenhaus der Hafenstadt Kavala gebracht, berichtete das Staatsradio unter Berufung auf die Behörden.

Die Migranten hatten zuvor ein Notsignal gesendet. Die Besatzung eines Bootes der Küstenwache habe die Flüchtlinge vor der Insel Thasos entdeckt und die Überlebenden in Sicherheit gebracht. Gerichtsmediziner sollen nun klären, warum die Migranten im Flüchtlingsboot starben. Thasos liegt vor der Küste Nordgriechenlands.

Die Küstenwache vermutet, dass die Migranten aus der Türkei gestartet waren und Nordgriechenland erreichen wollten. Migranten, die auf den Inseln der Ostägäis ankommen, dürfen zum Festland weiterreisen, wenn sie Asyl bekommen. Alle anderen werden zurückgeschickt. Dies sieht EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei vor.

Die Zahl der bei ihrer Flucht nach Europa ums Leben gekommenen Flüchtlinge ist in diesem Jahr besonders hoch. Nach Angaben der internationalen Migrationsbehörde IOM starben bisher 4.271 Migranten im Mittelmeer. 2015 hatte die Organisation 3.770 Todesfälle gezählt.

An Italiens Küsten kamen unterdessennach Angaben der EU-Grenzschutzbehörde im Oktober so viele Flüchtlinge wie nie zuvor in einem Monat an. Fast 27.500 Menschen hätten das Land über das Mittelmeer erreicht, das sei die bisher höchste Zahl in einem Monat im Zentralen Mittelmeer und doppelt so hoch wie im September, teilte die Behörde Frontex am Mittwoch mit.

Grund dafür sei das bessere Wetter, was Schmuggler dazu bewege, noch mehr Menschen auf seeuntüchtige Boote zu treiben. Das erkläre auch die hohe Zahl der Toten im Oktober. 127 Menschen seien im Oktober im Zentralen Mittelmeer tot geborgen worden, aber vermutlich seien wesentlich mehr Migranten gestorben, heißt es in der Mitteilung. Bisher seien in diesem Jahr 2016 fast 160.000 Migranten in Italien angekommen – 13 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die meisten seien im Oktober aus Nigeria und Eritrea gekommen.

(APA/dpa)

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