18. Februar 2012 09:42; Akt.: 18.02.2012 09:42

25 Tage nach Schladming-Triumph kehrt Hirscher in Weltcup zurück

Marcel Hirscher startet nach seinem Schladming-Sieg im RTL in Bansko. Marcel Hirscher startet nach seinem Schladming-Sieg im RTL in Bansko. - © APA
25 Tage nach seinem Sieg im Schladminger Nacht-Slalom kehrt Marcel Hirscher in den alpinen Ski-Weltcup der Herren zurück.

Der Salzburger greift am Wochenende in Bulgarien an, in Bansko stehen Hirschers Spezial-Disziplinen Riesentorlauf (Samstag) und Slalom (Sonntag, jeweils 9 und 12 Uhr) auf dem Programm. Aufgrund der Meniskusverletzung von Ivica Kostelic werden die Karten im Weltcup neu gemischt.

Nach aktuellem Stand muss der Kroate bis Kranjska Gora (10. und 11. März) pausieren und verpasst damit in Bansko, Moskau, Crans Montana und Kvitfjell insgesamt neun Bewerbe. Dadurch bietet sich für die Konkurrenz die große Chance, zu Kostelic aufzuschließen bzw. ihn sogar zu überholen. Derzeit führt Kostelic mit 1.043 Punkten vor dem Schweizer Beat Feuz (973/lässt Bansko aus), Hirscher (825) und dem Norweger Aksel Lund Svindal (691).

Rund um Kitzbühel und Schladming hatte Hirscher aufgrund der Einfädler-Affäre einiges zu verdauen gehabt. Daheim in Annaberg zeigte der Körper dann die Reaktion, Hirscher war eine Woche krank. Davon hat sich der 22-Jährige aber längst erholt. Hirscher hat gut trainiert, neben jeweils vier Tagen Riesentorlauf und Slalom auch drei Tage Super-G, schließlich möchte er am 24. und 25. Februar in Crans Montana sein Speed-Debüt in dieser Saison geben.

Die Super-G-Ambitionen entstanden aber nicht aufgrund des Weltcupstands oder der Kostelic-Verletzung. “Da ich gemerkt habe, dass Riesentorlauf und Slalom derzeit auf soliden Beinen stehen, war Zeit-Budget frei. Und das wollte ich in den Super-G investieren”, merkte Hirscher an.

Derzeit ist sein Fokus aber voll auf Bansko gerichtet, die Ausgangslage für ihn scheint sehr simpel zu sein. “Ich fühle keinen zusätzlichen Druck. Taktieren bringt nichts, mir hilft ohnehin nur Vollgas”, kündigte der Sieger von bereits sechs Saisonrennen an. Von den vielerorts angestellten Rechenspielen und Hochrechnungen lässt sich Hirscher nicht verrückt machen, er sieht das mit einem Schmunzeln als “Sudoku für Skifans” an.

Vom Gefühl her sieht Hirscher nach der Kostelic-Verletzung nun Feuz in der Favoritenrolle für den Kampf um den Gesamtweltcup. “Die Chancen für Feuz scheinen jetzt sehr gut zu stehen. Ich bin Außenseiter. Und ich hoffe, dass Kostelic möglichst schnell wieder zurückkehren kann, seine Verletzung freut mich überhaupt nicht”, sagte Hirscher, für den Kostelic zweifelsohne der aktuell kompletteste Alpin-Skifahrer der Welt ist.

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum hat ebenfalls Feuz ganz oben auf der Rechnung stehen. “Feuz hat einen Lauf. Er hat das Potenzial, in den kommenden Wochen weiter die ‘big points’ zu holen”, sagte der Oberösterreicher. Laut ÖSV-Hochrechnungen könnte der Schweizer auf etwa 1.450 Punkte kommen. “Und ich glaube nicht, dass Kostelic und Hirscher da mithalten könnten”, erklärte Pum.

Nach der Anreise via Salzburg, Wien, Sofia und einer anschließenden zweieinhalbstündigen Autofahrt war Hirschers erster Eindruck von Bansko positiv: “Ein geiler Hang. Die Schneeverhältnisse werden sehr schwierig, weil unterschiedlich sein”, meinte Hirscher, der Bansko 2011 aufgrund seines im Februar erlittenen Kahnbeinbruchs verpasst hat.

In beiden technischen Disziplinen liegt das aktuelle ÖSV-Aushängeschild derzeit auf Rang zwei. Im Riesentorlauf, in dem es nach langer Pause erstmals seit 7. Jänner wieder um Punkte geht, führt vier Rennen vor Schluss der US-amerikanische Titelverteidiger Ted Ligety. Nur 15 Punkte dahinter lauert aber Hirscher.

Im Slalom weist Kostelic 135 Punkte Vorsprung auf Hirscher auf. Slalom-Titelverteidiger in Bansko ist der Tiroler Mario Matt, der das Rennen 2011 vor Reinfried Herbst gewonnen hatte. Die Riesentorläufer bestreiten ihre Weltcup-Premiere im bulgarischen Ski-Resort.

(APA)


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