Armee liefert sich heftige Kämpfe mit IS-Miliz in Ostmosul

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Zivilisten versuchen aus dem Kampfgebiet zu fliehen
Zivilisten versuchen aus dem Kampfgebiet zu fliehen - © APA (AFP)
Irakische Eliteeinheiten haben sich am Samstag erneut schwere Kämpfe mit der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) in Mosul (Mossul) geliefert. Die gegnerischen Kräfte seien in einen Häuserkampf verwickelt, sagte ein Sprecher der Anti-Terror-Einheit CTS. Zivilisten, die vor den Kämpfen flüchten, begeben sich in Lebensgefahr. Bei einem Anschlag auf einen Flüchtlingskonvoi starben 26 Menschen.

Den irakischen Soldaten diente das Dorf Bartalla als Basis, von der aus Krankenwagen regelmäßig Verletzte aus dem Kampfgebiet holten. Am Freitag waren die irakischen Spezialeinheiten auf unerwartet heftigen Widerstand der Jihadisten gestoßen, als sie in den Osten Mosuls vordrangen. Daraufhin wurde ein Teil der gepanzerten Fahrzeuge wieder zurückgezogen, wie eine AFP-Reporterin berichtete. “Die Jihadisten sind sehr zahlreich”, sagte ein Offizier, der anonym bleiben wollte. “Es war besser, sich zurückzuziehen und einen neuen Plan auszuarbeiten.”

Angriff von drei Seiten

Am Samstag starteten die irakische Armee und Polizei einen neuen Angriff vom Süden her auf einen der letzten wichtigen Orte in der Umgebung von Mosul, den der IS noch kontrolliert. Mit Unterstützung der irakischen Luftwaffe werde Hamam al-Alil von drei Seiten gleichzeitig angegriffen, erklärte General Abdelamir Jarallah.

Das irakische Migrationsministerium erklärte, in den vergangenen zwei Tagen seien 9.000 Menschen in Empfang genommen worden, die vor den Kämpfen geflohen seien. Insgesamt seien seit Beginn der Großoffensive am 17. Oktober auf Mosul fast 30.000 Menschen auf der Flucht.

Eine Million Flüchtlinge befürchtet

Hilfsorganisationen verstärken derzeit ihre Kapazitäten, um auf den erwarteten Ansturm reagieren zu können. Sie befürchten mehr als eine Million Flüchtlinge aus Mosul. Die Flüchtlinge selbst begeben sich in höchste Lebensgefahr. So wurden bei einem Anschlag auf einen Flüchtlingskonvoi im Nordirak jüngsten Polizeiangaben zufolge 26 Menschen getötet. Eine Bombe am Straßenrand sei explodiert, als die Fahrzeuge mit den Flüchtenden aus der von der Terrormiliz IS kontrollierten Stadt Hawija vorbeifuhren, berichtete ein örtlicher Polizeisprecher am Samstag.

(APA/dpa/ag.)

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