27 Tote bei Angriffen auf Stadtviertel in Aleppo

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Die medizinische Versorgung ist in weiten Teilen zusammengebrochen
Die medizinische Versorgung ist in weiten Teilen zusammengebrochen - © APA (AFP)
Bei massiven Angriffen der syrischen Armee auf von Rebellen gehaltene Stadtviertel in Aleppo sind nach Angaben von Aktivisten am Samstag mindestens 27 Menschen getötet worden. Die Regierungstruppen hätten den Osten der Stadt mit Luftangriffen, Fassbomben und Artilleriefeuer attackiert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

“De facto wurde nicht ein einziges Viertel von Ost-Aleppo von den heutigen Bombardements verschont”, erklärte die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle. Diese stützt sich auf ein breites Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Mittlerweile ist den Behörden zufolge im Osten der syrischen Stadt kein Krankenhaus mehr funktionstüchtig. Die Zerstörung gehe soweit, dass die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu lebensrettenden Maßnahmen habe, teilte das Gesundheitsamt der einstigen Handelsmetropole mit.

Die Erklärung wurde der Nachrichtenagentur Reuters von Oppositionsvertretern übermittelt. Die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (UN) bestätigte die Angaben und berief sich selbst auf UN-Hilfsorganisationen in der benachbarten Türkei.

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte dagegen, einige Krankenhäuser seien noch einsatzbereit. Die Menschen trauten sich wegen der Angriffe aber kaum dorthin.

Anrainer, Mediziner und Rebellen berichteten, Kliniken seien bei den Luftangriffen zum Teil direkt getroffen worden. Auch seien aus Kampfhubschraubern Fassbomben auf die Gebäude abgeworfen worden. Seit Dienstag haben die Truppen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und ihre Verbündeten Ost-Aleppo wieder stark unter Beschuss genommen. Syriens Staatsfernsehen meldete Angriffe auf “Stellungen von Terroristen”.

Die Regierung in Damaskus bezeichnet alle Rebellen als Terroristen. Die mit Assad verbündete russische Luftwaffe erklärte, sie fliege Angriffe nur in anderen Teilen Syriens. Beide Regierungen haben Vorwürfe zurückgewiesen, Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen absichtlich ins Visier zu nehmen.

Mit scharfen Worten haben die USA die massiven Angriffe auf von den Rebellen gehaltene Stadtviertel von Aleppo verurteilt, bei denen in der syrischen Stadt auch mehrere Krankenhäuser bombardiert wurden. “Es gibt keinerlei Entschuldigungen für diese abscheulichen Taten”, erklärte die Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice am Samstag.

“Die USA verurteilen scharf die schrecklichen Angriffe gegen medizinische Einrichtungen und humanitäre Helfer”, erklärte Rice am Rande des APEC-Gipfels in Lima. “Das syrische Regime und seine Verbündeten, vor allem Russland, sind verantwortlich für die aktuellen und langfristigen Konsequenzen dieser Taten.”

Auch die UNO äußerte sich erschüttert. Die Vereinten Nationen seien “entsetzt” über die jüngste Gewalteskalation in Syrien, erklärten der UN-Hilfskoordinator in Syrien, Ali al-Saatari, und der Regionalkoordinator Kevin Kennedy.

(APA/ag.)

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