Dutzende Tote bei Kämpfen im Jemen

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Bei schweren Gefechten zwischen sunnitischen und schiitischen Milizen im Westen des Jemen sind am Montag mindestens 60 Menschen getöteten worden. Bei einem Selbstmordanschlag in Rada südlich der Hauptstadt Sanaa wurden 15 Menschen getötet, wie Augenzeugen und Stammesvertreter berichteten. Das Land versinkt trotz eines von den Vereinten Nationen vermittelten Abkommens immer tiefer in der Gewalt.


Im von Schiiten und Sunniten bewohnten Rada toben seit Sonntagabend heftige Gefechte zwischen Kämpfern der schiitischen Houthi-Rebellen auf der einen Seite und sunnitischen Stammeskämpfern und Angehörigen der Islamistenorganisation Al-Kaida auf der anderen Seite. Unter den Opfern des Selbstmordanschlags waren auch Kinder. Bei einem zweiten Anschlag wurden am Montag in Rada, das in der Provinz Baida liegt, 20 Schiiten-Kämpfer getötet und zwölf weitere von Al-Kaida-Mitgliedern entführt, wie Vertreter der Stämme und der Sicherheitskräfte angaben. Zudem wurden bei Gefechten in Rada 15 Al-Kaida-Kämpfer und Stammeskämpfer getötet.

Im Bezirk Anas in der Provinz Dhamar wurden laut Rettungskräften und Stammesvertretern zehn Houthi-Rebellen bei Gefechten getötet. Kämpfe wurden auch aus dem Nordosten von Rada und von einer Verbindungsstraße zwischen den Provinzen Baida und Dhamar gemeldet, ebenso aus dem Ort Udain und der Stadt Ibb, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Seit Wochen sind die Houthi-Rebellen im Jemen auf dem Vormarsch und kontrollieren neben Sanaa auch die strategisch wichtige Hafenstadt Hudeida. Im Namen der schiitischen Minderheit fordern sie mehr politische Mitsprache. Auf ihrem Vormarsch sollen die Houthi-Rebellen zuletzt nicht auf Gegenwehr der Sicherheitskräfte gestoßen sein. Das weckt offenbar den Unmut sunnitischer Stammesmilizen, die zu den Waffen griffen und an der Seite von Al-Kaida gegen die Schiiten in den Kampf zogen.

Die Rebellenbewegung fordert den Rücktritt von des jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansour Hadi, ein Sunnit, und eine stärkere Beteiligung an der Macht. Den Rücktritt des Regierungschefs Ahmed Awad bin Mubarak erzwangen die Houthi-Rebellen bereits. Einem von den Vereinten Nationen vermittelten Abkommen zufolge soll eine Übergangsregierung eingesetzt werden. Jemen und das Nachbarland Saudi-Arabien, deren Bevölkerung mehrheitlich sunnitisch ist, werfen dem mehrheitlich schiitischen Iran vor, die Houthi-Rebellen zu unterstützen – ähnlich wie bei der von Teheran protegierten schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon.

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