350 Euro Miete für Wohnungen in der Stadt Salzburg

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Mit den vorgestellten Maßnahmen soll Wohnen in Salzburg wieder leistbarer werden.
Mit den vorgestellten Maßnahmen soll Wohnen in Salzburg wieder leistbarer werden. - © APA/GEORG HOCHMUTH
Nur 350 Euro Miete für eine Wohnung? Klingt unglaublich, soll in Salzburg aber bald Wirklichkeit werden. Weniger leerstehende Wohnungen und nicht am Bedarf der Menschen vorbeibauen sind weitere Wohn-Ziele von Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ) für die nähere Zukunft in der Mozartstadt.




Die Aussicht aus dem Sky-Restaurant im 15. Stock des Hotel „Cool Mama“ in Salzburg ist vom Nebel getrübt. Nicht so die Bilanz und der Ausblick in die Zukunft des Wohnens in der Stadt Salzburg, wenn es nach Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer geht. Bei einem Pressegespräch am Dienstag gibt sie gemeinsam mit Wohnungsamtleiter Franz Eder Einblick in die Pläne und startet mit einer Überraschung.

Günstige Wohnungen bis zum 30. Geburtstag

Leistbarer Wohnraum ist in Salzburg immer noch Mangelware. Vor allem jungen Leuten will Hagenauer den Auszug bei den Eltern erleichtern. Für Menschen unter 30 Jahren bietet die Stadt deshalb vergünstigte Startwohnungen an. Für 35 Quadratmeter würden dafür 350 Euro Miete im Monat, inklusive Betriebskosten, anfallen.

Doch es gibt einen Haken: Die Mietverträge werden für maximal drei Jahre abgeschlossen, danach müssen sie verlängert werden. Allerdings nur bis zum 30. Lebensjahr, dann müssen Mieter aus den Startwohnungen raus. „Die meisten brauchen in diesem Lebensabschnitt sowieso eine größere Wohnung, weil sie eine Familie gründen oder mit dem Freund bzw. der Freundin zusammenziehen“, rechtfertigt Eder diese Regel. Zwölf solcher Wohnungen stehen demnächst in der Saalachstraße zur Verfügung.

Wohnungen bauen, die Bedarf decken

In den letzten Jahren wurden zu einer Hälfte Zweiraum-Wohnungen und zur anderen Hälfte Drei- und Vierraum-Wohnungen errichtet. Das ging jedoch am Bedarf der Menschen vorbei. „Was wir brauchen, sind rund ein Drittel Garconnieren sowie etwa zehn Prozent Fünfraum-Wohnungen für Großfamilien“, beschreibt Eder den aktuellen Wohnbedarf. Die ersten Wohnungen, um diesen zu decken, seien auch schon am Entstehen, so Eder. Damit nicht wieder am Bedarf vorbeigebaut wird, führen Wohnungsamt und Raumplanung gemeinsam mit dem Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR) nun jährlich eine Befragung durch. Sie soll ermitteln, was die Leute wollen und brauchen.

46 Prozent wollen Einzimmer-Wohnung

Die Nachfrage nach geförderten Wohnungen ist weiterhin hoch, auch, wenn die Zahl der Anträge seit 2012 rückläufig ist. Bis zum Stichtag 1. Mai 2016 lagen 3.125 Anträge vor, über 40 Prozent (1.227) davon wurden von Einzelpersonen gestellt. Besonders gefragt sind Einzimmer-Wohnungen, sie liegen mit 46 Prozent an der Spitze, gefolgt von Dreizimmer-Wohnungen, die einen Anteil von 22 Prozent ausmachen. 2017 rechnet Amtsleiter Eder wieder mit einem generellen Anstieg.

Von Links: Johann Steckenbauer (KgL), Anja Hagenauer und Franz Eder beim Pressegespräch. /Foto: Neumayr Von Links: Johann Steckenbauer (KgL), Anja Hagenauer und Franz Eder beim Pressegespräch. /Foto: Neumayr ©

Leerstehende Wohnungen mobilisiert

Positive Nachrichten gibt es auch zum Projekt „Miet:Garantie“, mit dem die Stadt leerstehende Wohnungen zur Vermietung mobilisieren will. Nach einer Erhebung des SIR standen 2016 rund 3.500 Wohnungen in der Stadt Salzburg leer. Seit Projektstart im Herbst konnten bereits fünf Wohnungen besichtigt werden, bei vier weiteren laufen die Gespräche.

Die Bandbreite reiche dabei von klein bis groß, verteilt seien die Wohnungen über die ganze Stadt und die meisten seien in durchaus gutem Zustand, informiert Eder. „In den nächsten fünf Jahren möchten wir 100 solcher Wohnungen zur Verfügung stellen. Das ist zwar nicht die Lösung für die Wohnungsnot, aber ein kluger Weg, den wir weitergehen wollen“, betont Hagenauer.

Wohnbauförderung soll sozialer werden

Für die Zukunft wünscht sich Vizebürgermeisterin Hagenauer, dass die Wohnbauförderung sozialer wird: „Wohnen nur auf das Bauen zu beschränken ist zu kurzsichtig. Das Zusammenleben wird derzeit zu wenig berücksichtigt, der Schwerpunkt sollte dabei mehr auf Soziales gelegt werden, nicht nur auf energiesparende Styroporplatten.“

Auch Freiraum, wie Gärten und Gemeinschaftsräume, solle besser genutzt werden. Ein gutes Beispiel dafür sei der Gemeinschaftsgarten in Lehen neben dem ÖJAB-Haus oder die Tätigkeit der Bewohnerservice-Stellen. Stichwort Bewohnerservice: Das von Maxglan übersiedelt nach Lehen, im Süden der Stadt gibt es bald ein neues.

Hagenauer: “Muss in die Höhe gehen”

Mit den Neubauten in der Stadt will Hagenauer hoch hinaus: „Wohnen in der Stadt ist die Zukunft, deshalb muss man in die Höhe gehen. Dann hat man dazwischen auch mehr Platz für Freiräume.“

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