380-kV-Leitung: Eine Strom-Pipeline als Ausweg?

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Die 380-kV-Leitung unterirdisch verlegt
Die 380-kV-Leitung unterirdisch verlegt
An der neuen Technologie, die es möglich macht, die Hochspannungsleitung unter der Erde zu führen, wird mit Hochdruck gearbeitet. Eine erdverlegte 380-kV-Leitung wäre kostengünstiger als ein Erdkabel.




Die Entwicklung einer Miner­algussmischung für den Bau einer unterirdisch verlegten 380-kV-Leitung läuft auf Hochtouren. Der Vorteil dieser Technologie: Die Leitung, bestehend aus Stahlmantel, Leitungssträngen und isolierender Vergussmasse, kann an Ort und Stelle produziert und verlegt werden.

Minimaler Elektrosmog

Absolute Katastrophenfestigkeit, günstige Produktionskosten und vollständige Recyclingfähigkeit sind weitere Merkmale, die diese neuartige Technologie charakterisieren, verspricht Professor Martin Molitor von der Universität Magdeburg, der diese Technik maßgeblich entwickelt. Er sagt: „Das System soll quasi wartungsfrei für circa 50 Jahre betrieben werden können. Und durch den Aufbau eines geschlossenen Stahlmantels sind die äußeren Magnetfelder minimal, so dass in zwei Metern Entfernung auch kein nennenswerter Elektro­smog zu erwarten ist.”
Die Anforderungen bei der Entwicklung dieses Systems sind generell sehr hohe. Die Technik muss verlustarm, hochfest gegen Umwelteinflüsse und wartungsfrei sein. Die Außenbelastung der Umwelt durch Gefährdung, Wärmeabfuhr und elektrische Felder soll so minimal gehalten werden, so dass dieser Leitungstyp nahezu genehmigungsfrei überall verlegt werden kann. Die vollständige Recycelbarkeit des Materials muss ebenfalls nachgewiesen werden können, erklärt Molitor. Gefertigt wird die Leitung, anders als beim Kabel, als Starrkonstruktion in der Baugrube von etwa zwei Metern Tiefe.
Die trennstellenfreie Wicklung der Leiterstränge und der Verguss mit Sand, Kies und Epoxydharz, welches nach einer Stunde aushärtet, machen das möglich. „Denkbar ist es aber auch, den Strang in Schrägen über Berge zu legen. Hier müssten dann nur Vertiefungen geschaffen werden, in welche die Leitung eingebettet werden kann, so dass sie bei Steinschlag, Erdrutschen und Lawinen nicht beschädigt wird”, erklärt Entwickler Molitor.

Geringere Kosten

Erwartet wird, dass diese Technik kostenmäßig über einer Freileitung gleicher Leistung liegt. Sie soll aber deutlich billiger als ein gleichwertiges Erdkabel sein, da sie vor Ort gefertigt wird. Weitere Kosten sollen durch die Wartungsfreiheit bei den Personalkosten eingespart werden. Ein zusätzlich eingebrachter DSL-Glasfaserstrang mit einer sehr hohen Datentransferleistung könnte sogar noch gegen Gebühr vermietet werden.

 

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