Metaller-Verhandlungen zu Ende: 1,68 Prozent mehr Gehalt

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Die Metaller-Herbstlohnrunde läuft seit Ende September
Die Metaller-Herbstlohnrunde läuft seit Ende September - © APA
Nach einem 16-stündigen Verhandlungsmarathon haben sich Freitagfrüh die Sozialpartner der Maschinen- und Metallwarenindustrie auf einen Kollektivvertrag für 2017 geeinigt: Im Schnitt gibt es eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 1,68 Prozent, wobei die untersten Einkommen um zwei Prozent mehr erhalten und die Bestverdiener 1,2 Prozent bekommen.

Die Gewerkschaften hatten ursprünglich eine dreiprozentige Erhöhung gefordert, im Vorjahr gab es für die 120.000 Beschäftigten der Branche um 1,5 Prozent mehr aufs Konto. Und eine Freizeitoption – also mehr Freizeit bei Verzicht auf die KV-Erhöhung. Diese wurde heuer von den Arbeitgebervertretern abgeschmettert. Dafür konnten sich die Gewerkschaften Pro-GE und GPA mit ihrer Forderung nach einer Anrechnung der Karenzzeiten auf die Dienstzeitansprüche (Abfertigung, Jubiläumsgeld, Urlaubsanspruch, etc.) und einen Fahrkostenersatz für Lehrlinge für die Fahrt ins Internat durchsetzen.

Staffelung von bis zu zwei Prozent

Pro-GE-Chefverhandler Rainer Wimmer, der auch Industriesprecher der SPÖ ist, meinte nach der Verhandlungsnacht: “Wir haben einen erfolgreichen Abschluss geschafft und sind stolz darauf, dass wir eine Staffelung von bis zu zwei Prozent erreichen konnten. Es ist ein sehr faires Ergebnis, bei dem vor allem im Rahmenrecht für Frauen viel erreicht wurde.” Für Co-Verhandler Rudi Wagner von der GPA ist das Ergebnis ein Beweis für die funktionierende Sozialpartnerschaft.

Für Arbeitgeber-Chefverhandler Veit Schmid-Schmidsfelden ist das Ergebnis wiederum “unter den schwierigen Rahmendingungen gerade noch vertretbar”. Christian Knill, Obmann des Fachverbandes der Maschinen- und Metallwarenindustrie, ergänzte: “Es ist ein hoher Abschluss mit dem wir die tolle Leistung unserer Mitarbeiter anerkennen.” Damit sei nun das Zeitkontenmodell abbezahlt, betonte er im Hinblick auf die im heurigen Frühjahr erzielte Einigung bei einer Flexibilisierung der Arbeitszeit.

Neuer KV gilt ab 1. November

Und er drückte die Hoffnung aus, dass die traditionelle nächtelangen Verhandlungen im kommenden Jahr der Vergangenheit angehören. “An uns liegt es nicht”, kommentierte Wimmer, bevor sich beide Verhandlungsseiten zur Unterzeichnung des Kollektivvertrages zurückzogen. Der neue KV gilt ab 1. November des heurigen Jahres, eine Bezahlung unter KV ist verboten.

Kurz nach Ende der Marathonverhandlungen zum erfolgten Abschluss der KV-Verhandlungen in der Maschinen- und Metallwarenindustrie hat es am Freitag auch einen erfolgreichen Abschluss in den KV-Verhandlungen im Bereich Bergbau-Stahl gegeben. Die 17.000 Beschäftigten der Sparte erhalten im Schnitt ebenso eine Einkommenserhöhung von 1,68 Prozent. Das teilten die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp mit.

Mindestlohn beträgt 1.785,03 Euro

Untere Einkommensgruppen finden wie bei den 120.000 Beschäftigten in der Maschinen- und Metallwarenindustrie besondere Berücksichtigung und werden um 2 Prozent erhöht. Der neue Mindestlohn beträgt damit 1.785,03 Euro. Lehrlinge erhalten ein Plus von 1,75 Prozent. Ebenso wurden aus Sicht der Gewerkschaften rahmenrechtliche Verbesserungen erzielt. Karenzzeiten werden künftig in vollem Ausmaß auf dienstzeitabhängige Ansprüche angerechnet, ebenso werden die Fahrtkosten zum Berufsschulinternat übernommen, sofern diese nicht bereits von öffentlichen Förderungen abgedeckt sind.

Zusätzlich wurde im Bereich Bergbau-Stahl eine Freizeitoption vereinbart. Damit werde dem Wunsch der Arbeitnehmer nach mehr Freizeit Rechnung getragen, so die PRO-GE. Wird vom Beschäftigten auf die IST-Lohnerhöhung verzichtet, können mehr Urlaubstage in Anspruch genommen werden.

(APA)

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