50.000 Menschen fliehen aus Ost-Aleppo

Die Menschen flüchten Massenweise aus Aleppo.
Die Menschen flüchten Massenweise aus Aleppo. - © APA/AFP/GEORGE OURFALIAN
Mehr als 20.000 Menschen aus Aleppo hätten in den vergangenen Tagen im Westteil der einstigen Wirtschaftsmetropole Zuflucht gesucht, der unter der Kontrolle der Regierungstruppen ist, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Weitere 30.000 Menschen flohen demnach in Gebiete, die von kurdischen Kämpfern gehalten werden.

Mehr als 15.000 Zivilisten seien zudem in andere Rebellenviertel geflohen, sagte der Leiter der oppositionsnahen Stelle mit Sitz in London, Rami Abdel Rahman, der Deutschen Presse-Agentur.

Bei Artilleriebeschuss wurden den Aktivsten zufolge mindestens 21 Zivilisten getötet. Dutzende weitere wurden bei dem Angriff im von Rebellen kontrollierten Osten der Stadt verletzt, wie die Beobachtungsstelle meldete. Die Menschenrechtler und Aktivisten machten das Regime für die Bombardierung verantwortlich.

45 Tote in Aleppo

Zivile Rettungshelfer berichteten von 45 Toten. Bei den Opfern handle es sich um Zivilisten, die in Stadtteile unter Kontrolle der Regierung fliehen wollten, sagte Abdel Rahman Hassan von der Organisation Weißhelme.

Syrische Armee erobert Stadtteil zurück

Die Regierungstruppen hatten vor knapp zwei Wochen eine Offensive zur vollständigen Eroberung von Aleppo begonnen. Am Wochenende nahmen sie im Ostteil der Stadt mehrere Stadtviertel ein, wie Armee und Aktivisten übereinstimmend berichteten. Nach russischen Angaben hat die syrische Armee fast die Hälfte des bisher von Rebellen und Extremisten beherrschten Stadtteils zurückerobert, wie das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag erklärte. Ein Durchbruch sei gelungen.

Kampf bis Jahresende entschieden?

Russland geht davon aus, dass der Kampf um die syrische Stadt Aleppo bis zum Jahresende entschieden ist. “Das hoffen wir natürlich”, sagte Vizeaußenminister Michail Bogdanow laut der Agentur RIA am Mittwoch auf eine entsprechende Frage. “Wir müssen diese Terroristen auf dieselbe Art und Weise vertreiben wie dies in Mossul und Raqqa geschehen muss”, sagte Bogdanow.

Am Dienstag hatte ein ranghoher Vertreter der Syrien unterstützenden Militärallianz erklärt, Ziel sei es, die Rebellen vor der Amtseinführung des designierten US-Präsidenten Donald Trump aus Aleppo zu vertreiben. Trump tritt sein Amt am 20. Jänner an.

Russland mit Trump-Team in Verbindung

Russlands Regierung ist nach Bogdanows Worten mit dem Übergangsteam von Trump in Kontakt, wie die Nachrichtenagentur Tass meldete.

Das russische Außenministerium kritisierte zudem, dass die Hilfe für Syrien zunehmend zum politischen Spielball werde. Der größte Teil der UNO-Hilfsgüter komme jenen Gebieten zugute, die von Rebellen kontrolliert würden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. So werde nur ein Prozent der UNO-Hilfe nach Deir al-Zor geschickt, wo mindestens 200.000 Menschen von der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingeschlossen seien. Demgegenüber fließe der größte Teil der UNO-Hilfen in Rebellen-Gebiete, darunter auch in jene, die von der einst als Nusra-Front bekannten Extremistenorganisation kontrolliert würden.

(APA)

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