50 Jahre UNIDO – Generaldirektor Li bietet USA Rückkehr an

Der Generaldirektor der UNIDO, Li Yong, hat bei einer Pressekonferenz zum 50-Jahr-Jubiläum der UN-Sonderorganisation der USA eine Rückkehr in die UNIDO angeboten. “Unsere Türen stehen offen für jeden früheren Mitgliedsstaat”, sagte Li Montagnachmittag vor Journalisten in Wien. Die USA hätten allerdings bei ihrem Austritt aus der UNIDO 70 Mio. Dollar Schulden gehabt, erinnerte er.

Diese 70 Mio. Dollar (65,86 Mio. Euro) seien der Schuldenstand beim Austritt der USA aus der in Wien ansässigen UN-Industrieorganisation gewesen. Inzwischen seien auf diesen Betrag – seit dem Austritt 1996 – auch Zinsen angefallen, erläuterte Philippe Scholtes, Managing Direktor der UNIDO.

Die Einladung, in die UNIDO wieder zurückzukehren, gelte für alle ausgetretenen Mitgliedsstaaten, betonte Li bei der Pressekonferenz. Neben den USA haben auch Kanada, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Portugal und Australien der UN-Industrialisierungs-Organisation in den letzten Jahren den Rücken gekehrt.

Trotz der Austritte großer Industriestaaten habe man aber keine Probleme, aktuelle Projekte zur technischen Assistenz in Entwicklungsstaaten zu finanzieren. Diese Projekte müssten ohnehin zu 90 Prozent aus freiwilligen Beiträgen und nicht aus dem normalen Budget der Organisation finanziert werden.

Für UNIDO-Generaldirektor Li steht die Reduktion der Armut im Vordergrund der Tätigkeit der UNIDO. Durch Industrialisierungsprojekte wolle man die Armut bekämpfen. Angesprochen auf die Rolle Chinas in Afrika meinte der frühere Vize-Finanzminister Chinas, diese Frage wolle er aus der Perspektive der UNIDO beantworten: “Die afrikanischen Länder brauchen mehr Unterstützung, nicht nur von China, sondern auch von der ganzen internationalen Gemeinschaft.”

Als eine der weiteren großen Herausforderungen für die UNIDO in der Zukunft nannte Li den Kampf gegen den Klimawandel. In der Lima-Erklärung hätten sich alle UNIDO-Mitgliedsstaaten für eine inklusive und nachhaltige industrielle Entwicklung ausgesprochen.

Zum 50-Jahr-Jubiläum der UNIDO wird diese Woche vom 21. bis zum 25. November im Vienna International Centre das Symposium “Zusammen für eine Nachhaltige Zukunft” veranstaltet. Die UNIDO und die UN-Atomorganisation IAEA (IAEO) sind die größten UN-Organisationen in Wien.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der UNIDO (United Nations Industrial Development Organization) hat Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) am Montag, gemeinsam mit Vertretern aus Deutschland, der Schweiz und der UNIDO eine gemeinsame Erklärung zum Chemikalien-Leasing unterzeichnet. Das Modell soll den effizienten Einsatz von Chemikalien belohnen und bietet den Herstellern einen wirtschaftlichen Anreiz, Qualität über Quantität zu stellen. Weniger Abfall, geringere Emissionen und ein effizienterer Ressourcen- und Energieverbrauch schonen die Umwelt.

(APA)

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