66. Frankfurter Buchmesse feierlich eröffnet

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Der weltgrößte Branchentreff
Der weltgrößte Branchentreff
Mit einem Festakt ist am Dienstagabend die 66. Frankfurter Buchmesse feierlich eröffnet worden. Von Mittwoch bis Sonntag zeigen 7.000 Aussteller aus rund 100 Ländern neue Bücher und digitale Anwendungen. Die Messe erwartet bis zu 300.000 Besucher. In seiner Rede forderte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), das Urheberrecht für den digitalen Markt global neu zu definieren.


“Wir brauchen ein Völkerrecht des Netzes”, sagte er und warnte vor einer Monopolisierung des Internets durch große Datenkonzerne. Die deutsche und europäische Internet-Branche forderte er auf, sich dem Wettbewerb mit den großen US-Unternehmen zu stellen.

Gast der Buchmesse ist in diesem Jahr Finnland, das sich in Frankfurt ganz “cool” präsentieren will. Der finnische Präsident Sauli Niinistö nahm an der Eröffnung teil. Die international bekannteste finnische Autorin Sofi Oksanen (“Fegefeuer”) kritisierte als literarische Rednerin scharf die sogenannte Finnlandisierung, die russlandfreundliche Politik ihres Landes in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg.

“Finnland agierte selbst als sein gründlichster Zensor”, sagte sie. Sowjetkritische Wissenschafter hätten es damals an den Universitäten schwer gehabt. Oksanen prangerte die Verfolgung der finno-ugrischen Minderheiten in Russland an. Moskau nehme für sich in Anspruch, die Rechte seiner Landsleute in anderen Staaten zu verteidigen. Zugleich verweigere es auf dem eigenen Territorium anderen Völkern dieses Recht.

Die Buchbranche demonstrierte zur Buchmesse Selbstbewusstsein, obwohl die Umsätze der Verlage zurückgehen. “Uns ist nicht bange”, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, am Dienstag. Steinmeier plädierte dafür, zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur in Deutschland an der Buchpreisbindung festzuhalten.

“Die wirtschaftliche Situation ist eine nicht ganz schlechte”, formulierte Riethmüller. Gut ist sie aber nicht: In den ersten acht Monaten dieses Jahres sank der Umsatz im gesamten Buchhandel um drei Prozent. Am stärksten betroffen sind Taschenbücher. Hier wurden 7,3 Prozent weniger verkauft als im Vorjahr. Die Konkurrenz durch das E-Book ist auf diesem Sektor besonders stark. Der stationäre Buchhandel verliert weniger als der Gesamtmarkt: nur minus 1,8 Prozent.

Die Zahl der Aussteller auf der Messe ist leicht rückläufig, wird aber immer internationaler. Inzwischen kommen 65 Prozent der Aussteller nicht mehr aus Deutschland. Am Tag der Eröffnung brachte der Online-Händler Amazon seine E-Book-Flatrate nach Deutschland. Beim Dienst Kindle Unlimited hätten die Nutzer für einen Betrag von 9,99 Euro im Monat Zugang zu einer Auswahl digitaler Bücher. Verfügbar seien insgesamt 650.000 Titel, davon 40.000 in Deutsch, teilte Amazon mit.

Auf der Messe reagierte man zurückhaltend: “Das ist ein neues Geschäftsmodell, das wir beobachten müssen”, sagte Riethmüller. Es gebe dabei aber einige Probleme, etwa bei Rechten und der Vergütung. Buchmessen-Direktor Boos sagte, die Idee sei uralt: “Jede Stadtbibliothek bietet eine Flatrate.”

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