77 Schlafplätze für obdachlose Menschen im Haus Franziskus

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Am Donnerstag wurde das Haus Franziskus gesegnet.
Am Donnerstag wurde das Haus Franziskus gesegnet. - © Wildbild/ Caritas Salzburg
Das gerade eröffnete Haus Franziskus der Caritas in Salzburg-Parsch bietet bis zu 77 obdachlosen Personen einen Platz zum Schlafen. Aber auch Arbeitsplätze und medizinische Versorgung werden angeboten.

Das neu eröffnete Haus Franziskus der Caritas Salzburg vereint Notschlafstelle, Beschäftigungsprojekt, Logistikzentrum und Notversorgung unter einem Dach. Bis zu 77 obdachlose Menschen finden hier einen Platz zum Schlafen. Das teilt die Caritas heute in einer Aussendung mit.

Dines: “Auffangnetz für Menschen in Krisensituationen”

Caritas Direktor Johannes Dines: “Das Haus Franziskus ist ein Auffangnetz für Menschen in Krisensituationen. Personen die keinen Platz zum Schlafen haben, bekommen ein Bett in der Notschlafstelle, Langzeitarbeitssuchende einen Transitarbeitsplatz im Logistikzentrum und Menschen in akuten Krisen werden notversorgt. Die Einrichtung bietet die niedrigste Stufe der Versorgung, die die Grundbedürfnisse von Menschen erfüllt.”

Rund 70 warme Betten für Menschen in Not

Das Haus Franziskus beherbergt eine Notschlafstelle mit rund 20 Schlafplätzen für in Österreich lebende Menschen. Aufgrund des steigenden Bedarfes sind mehr Betten als im bisherigen Quartier vorhanden. Im Notquartier finden rund 50 Notreisende Platz. Erstmalig wurde eine ganzjährige Übernachtungsmöglichkeit für ArmutsmigrantInnen geschaffen. Ein völlig neues Angebot für Salzburg stellen zwei Familiennotzimmer im Haus Franziskus dar, in welchen Eltern mit ihren Kindern in Notsituationen über Nacht untergebracht werden können. Frühstück und Abendessen werden in der gemeinsam genutzten Küche für alle Gäste der Notschlafstelle zubereitet und ausgegeben. Die Möglichkeit, sich zu duschen, frische Wäsche zu beziehen bzw. die eigene Wäsche zu waschen sind wichtige ergänzende Leistungen.

Torsten Bichler, Fachbereichsleitung Wohnungslosenhilfe, Caritas Direktor Johannes Dines, Morgane Bonnamour, Koordinatorin carla Beschäftigungsprojekt und Gustl Absmann, Wirt Die Weiße und Fuxn. / Foto: Wildbild/ Caritas Salzburg Torsten Bichler, Caritas Direktor Johannes Dines, Morgane Bonnamour und Gustl Absmann. / Foto: Wildbild/ Caritas Salzburg

Medizinische Basishilfe

In einem eigenen Beratungsraum wird einmal pro Woche medizinische Basisversorgung durch das Team des Virgilbusses angeboten. Torsten Bichler, Fachsbereichsleitung Wohnungslosenhilfe: “Das Haus Franziskus ist ein großes Symbol für Solidarität in der Salzburger Gesellschaft. Von Stadt und Land gefördert, von Spendern ermöglicht, von Wirtschaft, Gastronomie, Universität und Kunst unterstützt und von Mitarbeitern und Freiwilligen betrieben, zeigt es, was durch gemeinsames Handeln möglich ist und wie Barrieren überwunden werden können.”

Hilfe in Krisensituationen

Menschen, die sich in akuten Notsituationen befinden, bekommen im Haus Franziskus Unterstützung. Sie werden mit Kleidung, Lebensmitteln, Hygieneartikeln oder einem Schlafsack und einer Isomatte versorgt. Die rasche und unbürokratische Versorgung steht hier im Vordergrund. Das ebenfalls im Haus Franziskus integrierte Logistikzentrum gewährleistet die reibungslose Verteilung von Hilfsgütern und Sachspenden und dient als Drehscheibe bei der Verteilung von Hilfsgütern bei Katastropheneinsätzen. Privatpersonen und Unternehmen können hier Sach- und Kleiderspenden abgeben. Diese werden sortiert und an bedürftige Menschen im Haus oder in anderen Caritas Einrichtungen verteilt. Auch die vier carlas, die Second-Hand-Shops der Caritas, werden von hier aus beliefert. Im Logistikzentrum arbeiten langzeitarbeitssuchende Menschen über 50.

Auch Karl Merkatz hat beim Bau des Haus Franziskus geholfen. /Foto: Salic/ Caritas Auch Karl Merkatz hat beim Bau des Haus Franziskus geholfen. /Foto: Salic/ Caritas ©

Zusammenarbeit mit AMS

Fünf Transitarbeitsplätze, im Rahmen eines AMS-Projektes, erleichtern Menschen den Wiedereinstieg ins reguläre Arbeitsleben. Siegfried Steinlechner, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Salzburg: “Mehr als 1.000 Personen sind im Bundesland Salzburg seit über einem Jahr ohne Arbeit. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die Arbeitsmarktintegration Langzeitarbeitsloser eine besondere Herausforderung. Umso mehr, wenn zu den bekannten Erschwernissen wie Alter, Krankheit oder Qualifikationsmängel noch persönliche Krisen oder gar Wohnungslosigkeit kommen.”

Netzwerk an Unterstützern für das Haus Franziskus

Viele Salzburger, gehören zu den Unterstützern des Hauses Franziskus. Das Diakoniewerk Salzburg, die Salzburg AG, die Arbeiterkammer Salzburg sowie zahlreiche private Spender haben die Einrichtung mit ihren Spenden unterstützt. Renommierte Salzburger Gastronomen wie August Absmann (Die Weiße und Fuxn), Josef Schellhorn (Restaurant m32), Heiner Raschhofer (Raschhofer Gastronomiebetriebe), Andreas Gfrerer (artHotel Blaue Gans), Maria Reiter (Königsgut) und Harald Kratzer (Sternbräu und Gablerbräu) kochen regelmäßig für die Klienten der Notschlafstellen und helfen somit die Versorgung der Menschen sicher zu stellen.

Gesucht werden noch weitere Personen, Initiativen oder Unternehmen, die nicht nur Geld, sondern auch Zeit zur Verfügung stellen, z.B. in Form eines Kochabends im Haus Franziskus.

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