Der 90 Meter hohe Dirigentenstab soll an den Mönchsberg angelehnt werden (s. Schema). - © Neumayr/Archiv Und das, obwohl Planungs-Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste), Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) und die Beamtenschaft in einem ausführlichen Vorgespräch Ende Februar Zustimmung signalisiert hätten, sagte Architekt Knittel, der das Projekt vor Ort betreibt. Aber offiziell gibt es keine Zustimmung der Stadt als Grundeigentümer. Solange es die nicht gibt, kann das Projekt formal gar nicht verhandelt werden. “Wenn die Stadt Bernar Venets Kunstobjekt während der Sommermonate nicht haben will, soll sie es sagen. Aber bitte schnell, denn die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, bereits jetzt sind in Salzburg 50.000 Euro in dieses Projekt investiert worden.”
Dazu kommen die Kosten der Stahlbaufirma Greisch in Belgien, die den stählernen, 109 Tonnen schweren und 90 Meter langen Dirigentenstab herstellt. Grünes Licht für den Bau ist bereits gegeben. Der Stahlstab ist 1,6 mal 1,6 Meter und soll direkt vor dem Klausentor in der Müllner Hauptstraße schräg aufgestellt und an die Humboldt-Terrasse des Mönchsberges gelehnt werden. “Damit der Stab nicht verrutschen kann, brauchen wir ein ein Meter dickes, fünf mal fünf Meter großes Betonfundament, das rund 50 Zentimeter tief eingegraben werde soll”, erläuterte Knittel. “Zusätzlich wird dieses Fundament mit je nach Bodenbeschaffenheit fünf bis 15 Stahlstiften mehrere Meter in die Tiefe stabilisiert. Somit können wir den Stab auf die Kante stellen, was leicht und elegant wirkt. Das dafür nötige Verlegen eines Hauskanals, einer Wasser- sowie einer Gasleitung ist kein grundsätzliches Hindernis, auch die Kosten bleiben im Rahmen, und alle Detailunterlagen liegen der Stadt vor.”
Für Padutsch ist die Verzögerung seitens der Stadt ein politischer Willkürakt von Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP). “Die will sich offensichtlich politisch profilieren und steht auf der Bremse. Sachlich gibt es dafür keinen Grund, es müsste den Betreibern des Kunstprojektes lediglich vorgeschrieben werden, den Platz vor dem Gstättentor nach der Aktion wieder instand zu setzen. Alles andere ist irrelevant”, so Padutsch. Bürgermeister Schaden argumentiert ähnlich. “Wenn die Finanzen und die technische Machbarkeit gesichert sind, dann sehe ich nichts, was gegen dieses Projekt sprechen würde. Allerdings wird es keine Weisung an das zuständige Grundamt geben. Das muss den formal korrekten Weg gehen, und zwar inklusive Beschluss im Stadtsenat. Es ist halt immer das Gleiche mit der Salzburg Foundation – sie sind immer extrem spät dran.”
Auch Baustadträtin Claudia Schmidt spielte auf APA-Anfrage den Ball zurück zu Betreiber: “Es fehlen Gutachten und ein Ansuchen. Wenn alles da ist, werden wir dieses Projekt nicht behindern”, so die für die Straßenerhaltung ressortzuständige Politikerin. “Lieber wäre mir allerdings, die Betreiber würden eine Kaution hinterlegen. Dann würde es keine Streitereien geben in dem Fall, dass im Nachhinein irgendetwas nicht passt mit der Reparatur des Platzes.