93.200 seit Anfang 2017 in Italien eingetroffen

Die Zahl der Flüchtlinge, die seit Anfang 2017 über das Mittelmeer nach Italien gekommen sind, ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. 93.292 Migranten erreichten seit Jahresbeginn die italienische Küste, das sind 16,7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie das Innenministerium in Rom am Dienstag mitteilte.

Die meisten der 2017 eingetroffenen Migranten stammen demnach aus Nigeria, Bangladesch, Guinea, Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste) und Gambia. Italien versorgt derzeit etwa 200.000 Flüchtlinge in Hotspots und anderen Einrichtungen. Unter den seit Jahresbeginn angekommenen Flüchtlingen sind fast 10.000 unbegleitete Minderjährige.

Insgesamt rechnet Italien in diesem Jahr mit einer Rekordzahl von rund neu ankommenden 220.000 Bootsflüchtlingen. Im Jahr 2016 waren 181.000 Migranten im Meer gerettet und nach Italien gebracht worden. 2015 waren es noch 170.000 Neuankünfte von Nordafrika über das Mittelmeer nach Italien gewesen.

Angesichts der steigenden Ankunftszahlen geht in Italien die Debatte über die Flüchtlingspolitik weiter. Die ausländerfeindliche Oppositionspartei Lega Nord sprach sich gegen die Idee einer Vergabe von temporären Visa für Migranten aus. “Das wäre ein Boomerang. Angesichts eines ständigen Migrantenstroms aus Italien würden uns die EU-Partner die Flüchtlinge zurückschicken, sobald das sechsmonatige Visum ausgelaufen ist. Die Entlastung für Italien wäre nur vorübergehend. Ein Visum wäre hinzu ein Ansporn für Migranten, nach Italien zu gelangen”, sagte der Lega-Spitzenpolitiker und Präsident der Region Lombardei, Roberto Maroni, in einem Interview mit der Mailänder Tageszeitung “Corriere della Sera” (Dienstagausgabe).

Die Sprecherin des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR), Carlotta Sami, kritisierte am Dienstag die Strategien im Kampf gegen den Menschenhandel als unzulänglich. “Die EU sollte den Mut haben, legale Wege für Wirtschaftsmigranten zu öffnen. Dies wäre ein schwerer Schlag für die Menschenhändler. Der Kampf gegen die Schlepperei ist immer noch zu schwach”, so Sami in einem TV-Interview am Dienstag.

(APA)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Schwere Unwetter über Salzburg... +++ - Wegen nasser Klamotten gerast:... +++ - Was die Zeitgenossen des Ötzi ... +++ - Suchtmittelbericht 2016 - Mehr... +++ - Grödig: Abgestellter Pkw kompl... +++ - Grobe Mängel: Pioniersteg wird... +++ - Fairmatching: Arbeitgeber und ... +++ - Mariapfarr: 17-Jähriger wartet... +++ - LIVE IM PARK ist gestartet +++ - Kurioser Crash: Pkw überschläg... +++ - Verein Erdling: Die Rebellen a... +++ - Mauterndorf: 15-Jähriger brich... +++ - One-Man-Show bei NR-Wahl: Pilz... +++ - Bankomat in Münchner Bundesstr... +++ - Malteser Sommercamp in Salzbur... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen