Daher kommt der Aschermittwoch

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Der Aschermittwoch ist deutlich älter als der Fasching. Er hat mit diesem eigentlich nichts zu tun, sondern kommt aus uralten christlichen Traditionen. Hier eine kleine Geschichte vom Kopfwehtag Nummer eins!

Im Kirchenjahr ist der Aschermittwoch immer am 46. Tag vor dem Ostersonntag. Der frühestmögliche Termin ist der 4. Februar, der spätestmögliche ist der 10. März.  Die Vorläufer dieses Tages finden sich schon im Alten Testament, sind also deutlich älter als der Katholizismus.

Fasching und Aschermittwoch

Der Aschermittwoch stellt zugleich auch das Ende der Karnevals-, Fastnachts- und Faschingszeit dar. In der Bibel wird der „fleischlich“ gesinnte dem geistlich gesinnten Menschen entgegengestellt (zum Beispiel in den Briefen des Apostels Paulus an die Römer). Der auch symbolisch durch Fasten vollzogene Abschied vom Fleisch in der Fastenzeit soll helfen, sich auf das geistliche Leben und somit auf Gott zu besinnen. Der Fasching an sich ist übrigens seit dem 13. Jahrhundert im bayrischen Kulturkreis beheimatet. Er geht allerdings auf ein Fest zurück, das viel älter ist: Schon im alten Mesopotamien, wo sich die Menschen zu den ersten Mal zu richtigen Städten zusammenschlossen, wurde im Vorfrühling die Hochzeit eines Gottes und gleichzeitig das babylonische Neujahrsfest gefeiert. Ein Grundsatz galt damals schon: „Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.

Dieses Gleichheitsprinzip bei ausgelassenen Festen gilt bis heute. An die Spitze trieben es übrigens die alten Römer mit ihren Saturnalien, die im Dezember gefeiert wurden: Herren und Sklaven tauschten zeitweilig die Rollen. Und überschütteten sich mit Rosen – die Urform der heute noch verbreiteten Konfetti.

Aschermittwoch ist das Ende

Allen diesen antiken und vormittelalterlichen Festen gemeinsam war, dass sie einen genau definierten Tag hatten, an dem selbige endeten. Dies Cinerum (so der Aschermittwoch auf Latein) stellt im Christentum der Westkirche den Beginn des 40-tägigen Fastens dar und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Die Bezeichnung kommt von dem Brauch, im Gottesdienst am Aschermittwoch die Asche vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche zu bezeichnen. Das war ein Zeichen der Buße – und sich ab dem Aschermittwoch eher Gott als den fleischlichen Genüssen zuzuwenden. 



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