9. Februar 2012 07:05; Akt.: 9.02.2012 07:28

Abbrucharbeit im Rekordtempo

Revitalisierung von einstigem Delunamagma-Areal vor Zeitplan Revitalisierung von einstigem Delunamagma-Areal vor Zeitplan - © VN
von VN/Tony Walser - Bludesch – Rekordtempo: Illwerke liegen mit Abbrucharbeiten auf dem einstigen Gelände von Delunamagma vor Zeitplan.

Einst verdienten dort bis zu tausend Menschen als Textilarbeiter ihre Brötchen. Und vor wenigen Jahren wurden für den Ausbau des Areals noch millionenschwere Investitionen angekündigt: Die Rede ist vom ehemaligen Firmengelände von Degerdon, das nach einem finanziellen Fiasko und Niedergang des Unternehmens Delunamagma im Oktober 2010 um kolportierte sieben Millionen Euro von den Vorarlberger Illwerke (VIW) erworben wurde.

5000 Tonnen Betonabbruch

Jetzt sind auf dem rund sieben Hektar großen Areal Bagger der Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen Tomaselli, Jäger sowie Rhomberg und Hilti & Jehle aufgefahren und machen ein Gebäude um das andere dem Erdboden gleich. Nur ein kleiner Teil der Gebäudemauern soll bestehen bleiben. Die Bagger mit ihren Schremmhämmern haben bereits innerhalb weniger Wochen ganze Arbeit geleistet: Knapp zwei Drittel der Immobilien sind bereits niedergerissen. Unterm Strich entspricht diese Menge rund 5000 Tonnen Beton und knapp 800 Tonnen Baureststoffen. In Summe werde rund 100.000 Kubikmeter Abbruchmaterial anfallen, schätzt Markus Burtscher, der bei den Illwerken für die Liegenschaftsverwaltung zuständig ist.

Investition von 3,6 Millionen

Der „Altbeton“ sei bereits einer Wiederverwertung zugeführt worden und die Baurestmassen habe man „fachgerecht deponiert“. Die Kosten für die Abbrucharbeiten, bei denen man deutlich vor dem Zeitplan liege, beziffert Burtscher mit 1,6 Millionen Euro. Ist der Abbruch fertig, so sollen sich „Immobilienverwerter mit der größten zusammenhängenden Industriefläche im Süden Vorarlbergs beschäftigten“, sagt Burtscher. Er geht davon aus, dass dies bereits im Herbst der Fall sein wird.

„Arbeitsplatzintensive Firma“

Ziel sei es, „einen arbeitsplatz­intensiven Unternehmer“ nach Bludesch zu locken, skizziert der Liegenschaftsverwalter den angepeilten Kurs der Illwerke. Gleichzeitig werde ein Neubau des bestehenden Kraftwerks erfolgen (Grafik).

Behördenverfahren im Februar

Die Errichtung des Kraftwerks werde weitere zwei Millionen Euro verschlingen. Dabei soll auch der Bau einer neuen Wasserführung, welche für eine effektivere Nutzung des Areals sorgt, erfolgen.

Nach Fertigstellung soll das Kraftwerk rund 600.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Damit könnten 150 Vorarlberger Haushalte mit Strom versorgt werden. Als Turbine wird in Bludesch eine „drehzahlgeregelte Wasserkraftschnecke“ zum Einsatz kommen. Burtscher geht davon aus, dass noch im Februar dieses Jahres erste Fakten für das Behördenverfahren eingereicht werden können. Dabei steht das sogenannte Wasserrechtsverfahren im Mittelpunkt.


Ort: Weidachstraße 6, 6900, Bregenz
Mitarbeiter:
Umsatz:
Webseite: http://www.illwerke.at

Die Vorarlberger Illwerke AG ist ein österreichisches Energieunternehmen mit Sitz in Bregenz. Mehrheitseigentümer ist mit einem Aktienanteil von 95,5 % das Land Vorarlberg. Die Illwerke unterhalten im Montafon zehn Wasserkraftwerke, mit denen Spitzenlast-Energie für den nationalen und internationalen Strommarkt erzeugt wird. Wasser der Silvretta und umliegender Gebiete wird in einem weit verzweigten System aus Stollen, Rohren, Kanälen und Stauseen zu mehreren Speicherkraftwerken geleitet. Der dort erzeugte Strom wird in das europäische Stromverbundsystem eingespeist und großteils an die Energie Baden-Württemberg AG verkauft. Die sichtbarsten Komponenten des Wasserkraftsystems bilden die vier großen Stauseen: Um 1930 begannen die Illwerke den Bau des Vermuntstausees, später folgten noch der Silvrettastausee auf der Bielerhöhe (Fertigstellung 1951), der Lünersee (1959) und der Kopssee (1969). Bisher wurden verschieden Kraftwerke sowie kleinere Zwischenwerke erstellt: Vermuntwerk (1926 Baubeginn, 1930 Inbetriebnahme) Obervermuntwerk (1938 Baubeginn, 1943 provisorische Inbetriebnahme) Die Energiereserven (Wasserkraft) Österreichs waren für das Dritte Reich von großer Bedeutung. Die Machthaber trieben den Ausbau der Kraftwerke ab 1938, nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland, auch in Vorarlberg voran. Die Großbaustellen in der Silvretta beanspruchten eine beträchtliche Zahl an Arbeitern, so dass deutsche und heimische Baufirmen zusätzlich Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf den Baustellen beschäftigten. Silvretta-Stausee (1938 Baubeginn, 1943 erster Teilstau) Rodundwerk I mit Zwischenstufe Latschau (1938 Baubeginn, 1943–1952 stufenweise Inbetriebnahme) Latschauwerk (1938 Baubeginn, 1950 Inbetriebnahme) Lünerseewerk (1954 Baubeginn, 1958 Inbetriebnahme) Kopswerk I mit Rifawerk (1961 Baubeginn, 1969 Inbetriebnahme) Rodundwerk II (1976 Inbetriebnahme) Walgauwerk (1980 Baubeginn, 1985 Inbetriebnahme) Kopswerk II (2004 Baubeginn, 2009 Inbetriebnahme) weiterlesen »
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