Abend zu Ehren Theodor Herzls am Burgtheater-Kasino

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Auch Schriftsteller Doron Rabinovici nahm am Herzl-Abend teil
Auch Schriftsteller Doron Rabinovici nahm am Herzl-Abend teil - © APA
Der von Theodor Herzl mitinitiierte 1. Zionistische Weltkongress 1897 war am Sonntag Anlass für einen Abend am Burgtheater-Kasino zu Ehren des “Großvaters” Israels. So nannte die israelische Botschafterin Talya Lador-Fresher Herzl, den “nichts glücklicher gemacht” habe, als wenn seine Stücke am Burgtheater aufgeführt wurden. Was allerdings nicht oft der Fall war, wie sie ergänzte.

Unter dem Titel “die Rückkehr Herzls ans Burgtheater” wurde aus seinen Texten gelesen – etwa “Über das Theater” oder “Novembertermin”. Vorgetragen wurden außerdem Auszüge aus “Freud und Wald” der “Enkelin” Israels, wie Lador-Fresher die Schriftstellerin Savyon Liebrecht ankündigte. In dem Text geht es um die komplexe Beziehung zwischen Sigmund Freud und dem Nazi Anton Sauerwald, der dessen Ausreise aus Österreich ermöglicht hatte.

In der anschließenden Podiumsdiskussion sprachen die Diskutanten – außer Liebrecht die Journalistin und Übersetzerin Sharon Nuni sowie der Autor Doron Rabinovici – über Freud und Herzl. Während Herzl, der 1904 starb, den Holocaust vorhergesehen habe, sei Freud “blind” gewesen, sagte Liebrecht. Der jüdische Psychoanalytiker hatte die Gefahr offenbar nicht gleich erkannt und war erst 1938 ins Exil gegangen.

Rabinovici dagegen betonte die Gemeinsamkeiten: Freud und Herzl hätten Dinge auf den Punkt gebracht, die damals so in der Form nicht angesprochen worden seien. Sie lebten beide in der Berggasse und nickten freundlich, wenn sie einander sahen. Doch Herzl habe Freud nie von seinem Traum erzählt: Dann gäbe es vielleicht keinen Juden-Staat, dafür eine Analyse, so Rabinovici.

(APA)

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