Abschiebung droht: Salzburger Lehrling bekommt Kirchenasyl

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Im Stift St. Peter bekam Ali W. Kirchenasyl. (Archivbild)
Im Stift St. Peter bekam Ali W. Kirchenasyl. (Archivbild) - © Neumayr
Eine geplante Abschiebung in Salzburg hat hohe Wellen geschlagen. Betroffen ist Ali W., Lehrling im ARGE-Beisl im Salzburger Stadtteil Nonntal. Der 22-Jährige ist laut seinem Umfeld bestens integriert, gemeinsam mit Aktivist Bernhard Jenny und anderen Unterstützern kämpft er gegen seine Abschiebung an. Am Mittwoch erfuhr er, wie es weitergehen wird.

Bei einer Pressekonferenz verkündeten Bernhard Jenny und Alois Dürlinger, Flüchtlingsbeauftragter der Erzdiözese Salzburg, dass vorübergehend eine Lösung für Ali W. gefunden wurde. Die Kirche bietet dem Lehrling über das sogenannte “Kirchenasyl” eine geschützte Unterbringung in St. Peter an. “Erzbischof Franz Lackner persönlich gewährt Ali Schutz, das ist bisher noch nicht vorgekommen. Wir sind aber überzeugt, dass es etwas bewirkt”, meint Jenny gegenüber SALZBURG24. Dürlinger betont, dass Kirchenasyl keine Protestmaßnahmen sondern Reaktion auf “vorhandene Not” sei. Allerdings schützt Kirchenasyl nicht vor dem Zugriff durch die Behörden.

Kirchenasyl nur vorübergehende Lösung

Laut Jenny hätte diese Lösung maßgeblich zur Entspannung von W. beigetragen. Ihm sei bewusst, dass die Polizei ihn jederzeit abholen könne, trotzdem fühle er sich nun sicherer “als vor den Mauern”, erklärt der Aktivist. “Ali macht sich Sorgen, dass es seinem Arbeitgeber schaden kann”, schildert Jenny. Derzeit geht W. nicht arbeiten, da die Gefahr einer Verhaftung zu groß wäre. “Ihn hinter den Klostermauern einzusperren, kann aber nicht das Ziel sein. Wir hoffen, dass die Behören den Kirchenschutz akzeptieren”, sagt Jenny. Einen neuen Ausreisebescheid gebe es noch nicht, einen älteren vom Mai habe man beeinsprucht, schildert Jenny die aktuelle Lage im Gespräch mit SALZBURG24.

Auch von Seiten der Politik habe man weiterhin Unterstützungserklärungen bekommen. “Der Erzbischof hat den Landeshauptmann über das Kirchenasyl informiert und via Email hat er versichert, dass er sich für eine Lösung einsetzt”, informiert Jenny. Auch der Salzburger NEOS-Chef Sepp Schellhorn hat auf Facebook seine Solidarität bekundet.

Alis Geschichte:

Im Rahmen des Programms Fairmatching fand Ali W. im Herbst eine Lehrstelle als Kellner. Vor zwei Jahren flüchtete er aus Pakistan nach Österreich. Am 31. Mai ist er das erste Mal ins Anhaltezentrum der Polizei gebracht worden. Seit dem muss er sich alle 48 Stunden bei der Polizei melden. Am Sonntag erhielt er bei diesem Termin erneut einen Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA): Innerhalb von drei Tagen müsse er sich bei einer Unterkunft in Schwechat einfinden. Dieser Bescheid wurde beeinsprucht, sein Anwalt wird die Behörden am Mittwoch über das Kirchenasyl informieren.

Jenny: “Skandal, wie mit bestintegrierten Menschen umgegangen wird”

Jenny hat den Lehrling seit seiner ersten Verhaftung begleitet. In einer Aussendung macht er seiner Entrüstung Luft: “Es ist ein Skandal, wie mit bestintegrierten Menschen von amtswegen umgegangen wird.” So werde dem 22-Jährigen unterstellt, dass er sozial nicht verankert sei, keinen festen Wohnsitz habe und ihm die Grundversorgung entzogen wird. Laut Jenny stimmen diese Vorwürfe nicht: Ali W. lebe von seinem Lehrlingsgehalt. Weiters sei er ordnungsgemäß gemeldet und habe ein stabiles soziales Umfeld.

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