Acht Salzburger in Algerien entführt: Lebenslange Haft

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Der Verurteilte war 2004 im Tschad festgenommen worden. Der Verurteilte war 2004 im Tschad festgenommen worden. - © APA/EPA
Ein Algerier ist wegen seiner Teilnahme an der Entführung von insgesamt 32 europäischen Touristen, darunter zehn Österreichern, im Jahr 2003 zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Dies entschied am Dienstag ein Gericht in Algier, wie die algerische Nachrichtenagentur APS berichtete. Der Verurteilte war 2004 im Tschad festgenommen worden.

Acht Salzburger und zwei Tiroler unter Geiseln

Zwischen Ende Februar und Ende März 2003 entführten Islamisten im Süden Algeriens mehrere europäische Reisegruppen und verlangten Lösegeld. Unter den 34 Geiseln, die Hälfte davon Deutsche, befanden sich auch acht Salzburger und zwei Tiroler, die im März entführt worden waren. Anfang April trafen Beamte der deutschen Spezialeinheit GSG-9 sowie der österreichischen “Cobra” in Algerien ein. Auch die damalige österreichische Außenministerin Benita-Ferrero-Waldner (ÖVP) reiste nach Algier.

Mehr als vier Mio. Euro pro Geisel gefordert

Die zehn Österreicher konnten zusammen mit sieben weiteren Entführten Mitte Mai von einer algerischen Spezialeinheit befreit werden, das Drama um die 15 übrigen Geiseln setzte sich bis August fort. Eine 45-jährige Deutsche starb Ende Juli bei dem Gewaltmarsch durch die Sahara an einem Hitzeschlag. Die verbliebenen 14 Geiseln wurden in die Berge im Norden Malis gebracht. Laut Berichten des deutschen Nachrichten-Senders n-tv forderten die Entführer viereinhalb Millionen Euro pro Geisel. Nach einer Lösegeldzahlung kamen die Geiseln Ende August nach einem halben Jahr Gefangenschaft endlich frei. (APA)



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