Ägypten fordert von EU mehr Einsatz gegen Terror

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Ägyptens Außenminister warnt auch vor Boko Haram
Ägyptens Außenminister warnt auch vor Boko Haram
Der ägyptische Außenminister Samih Shukri fordert vom Westen mehr Einsatz im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus. “Wir müssen einen vereinten Kampf gegen den Terror führen, ganz gleich, wo er existiert und welchen Namen er sich gibt”, sagte Shukri in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa in Kairo.


Trotz der aktuellen Konzentration auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) dürfe man das Erstarken anderer Terrorgruppen wie Boko Haram in Nigeria oder islamistischen Milizen in Libyen nicht außer Acht lassen. “Es gibt gegenwärtig einen Fokus der internationalen Gemeinschaft auf den IS, der sich vor allen in gezielten Luftschlägen zeigt”, sagte Shukri. “Ich will kein Befürworter weiterer Militäreinsätze in anderen Ländern sein, aber es gibt Wege, die eingeleitet werden müssen, um den Terrorismus überall zu bekämpfen.” Vor allem die Finanz- und Rekrutierungswege terroristischer Vereinigungen müssten stärker unterbunden werden.

Terroristen bereicherten sich durch Ölverkäufe und Drogenschmuggel – “in Zusammenarbeit mit Einzelpersonen, aber auch mit Staaten”, sagte Shukri, ohne Beispiele zu nennen. “Solche illegalen Netzwerke sind keine Fiktion und müssen bekämpft werden.” Unter anderem Katar wurde international immer wieder vorgeworfen, an der Finanzierung des IS beteiligt zu sein. Die Regierung des reichen Golfemirats bestreitet das aber.

Ägypten gehört zu den Gründungsmitgliedern der Anfang September im saudi-arabischen Jeddah geschmiedeten internationalen Allianz gegen die IS-Miliz. Obgleich Shukri eine militärische Beteiligung seines Landes gegen den IS im dpa-Interview ausschloss, sieht er Ägypten als Vorreiter im Kampf gegen den globalen Jihad. “Wir unterstützen die Koalition in logistischen und geheimdienstlichen Fragen.”

Auch im sozialen Bereich wirke das nordafrikanische Land, etwa bei der Förderung religiöser Institutionen wie der renommierten Al-Azhar-Universität, der obersten Instanz für religiöse Fragen in der muslimischen Welt. “Nur so können wir der Legitimität von Terrororganisationen wie dem IS und ihren Lügen den Islam betreffend etwas entgegenstellen – etwas, das sich auch auf deren Rekrutierung neuer Kämpfer auswirkt.”

Mit Blick auf Ägyptens Nachbarn Libyen sagte Shukri, der Kampf gegen den Terror müsse “breiter aufgestellt werden als nur gegen den IS”. “Es gibt einen regelrechten Überfluss an Waffenlieferungen nach Libyen. So lange, wie dort Waffen verfügbar sind, so lange wird der Konflikt lebendig bleiben.” Angesichts des Waffenschmuggels vor allem über das Mittelmeer wünscht sich Shukri daher ein stärkeres Engagement Europas. “Wir alle müssen noch wachsamer werden – aber vor allem die europäischen Staaten mit ihrer militärischen Präsenz im Mittelmeer können mehr tun.” Die europäischen Länder hätten “größeres Potenzial als viele von uns hier in der Region”.

Samih Shukri, 62, ist seit Juni Außenminister im Kabinett von Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Zuvor war er unter anderem Botschafter in den USA und am Genfer Sitz der Vereinten Nationen.

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