Ärger statt Aufstieg bei Austria nach Selbstfaller

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Austrianer trauern verspielter Aufstiegsfixierung nach
Austrianer trauern verspielter Aufstiegsfixierung nach - © APA
Den Aufstieg in die K.o.-Phase vor Augen sind die Austrianer in der Europa League mit hängenden Köpfen vom Spielfeld geschlichen. Im Heimspiel gegen Astra Giurgiu verspielten die Wiener gegen biedere Rumänen im Finish alles. Nach einer knappen Stunde noch klar auf Kurs ins Sechzehntelfinale liegend, war das 1:2 am Donnerstagabend ein Selbstfaller der bittersten Sorte.

Statt die Reise zum abschließenden Gruppenspiel in Pilsen genießen zu können, ist die Austria nun voll gefordert und muss noch dazu auf Schützenhilfe hoffen. Am 8. Dezember sind die Violetten bei Viktoria unter Siegzwang, die Tschechen haben dabei keine Chance mehr auf den Aufstieg. Giurgiu ist nun als Zweiter daheim gegen AS Roma im Einsatz. Holen die fix als Gruppensieger fest stehenden Italiener zumindest ein Remis, wäre die Austria im Erfolgsfall weiter.

Die noch offene Ausgangslage war zumindest ein kleines Trostpflaster im Lager der Wiener. “Noch sind wir nicht raus, auch wenn wir es nicht mehr in eigener Hand haben. Aber wir können in Pilsen gewinnen, haben keine Angst, dorthin zu fahren”, meinte Trainer Thorsten Fink. Der Deutsche bemühte sich, seine Enttäuschung nicht zu zeigen. Man habe gesehen, dass seine Mannschaft die klar bessere Elf gewesen sei. “Bis zur Gelb-Roten Karte für uns”, merkte Fink jedoch an.

Der Ausschluss von Alexander Grünwald – er fehlt damit auch in Pilsen – war die negative Trendwende für die Wiener. Ausgerechnet der Kapitän und mit 27 Jahren routinierteste Akteur der Hausherren auf dem Spielfeld zeigte nur vier Minuten nach seiner ersten Verwarnung im Mittelfeld zu viel Einsatz. Der polnische Referee Pawel Raczkowski zeigte keine Gnade und bestrafte Grünwald erneut (65.).

“Das war eine Dummheit, die mir nicht passieren darf. Natürlich war das der Turnaround im Spiel, wenn ich die Gelb-Rote Karte nicht kriege, dann wäre nichts mehr passiert”, sagte Grünwald gegenüber Sky. Die Ordnung im Spiel der Austria ging gegen die nun anstürmenden Rumänen nämlich verloren. Nach der völlig verdienten Führung durch Lukas Rotpuller (57.) kam die Austria völlig außer Tritt und schaffte es auch nicht mehr, Konter zu fahren.

Die offensiv zuvor kaum vorhandenen Gäste nutzten dies perfekt aus. Der eingewechselte Daniel Constantin Florea staubte zunächst zum Ausgleich ab (79.) und holte den entscheidenden Elfer von Constantin Budescu (88.) heraus. Dass der Strafstoß umstritten war, sorgte bei den Austrianern für zusätzlichen Frust. Der Körpereinsatz von Petar Filipovic gegen den mit 1,73 Meter einen Kopf kleineren Florea sei klar kein Elfmeter gewesen war durchgehende Meinung.

“Er ist 20 Kilo leichter, ich stelle meinen Körper einfach nur rein”, sagte Filipovic. Der Unparteiische habe in einem so wichtigen Spiel schon zuvor kleinlich gepfiffen, betonte der Verteidiger. “Das war eine klare Fehlentscheidung. Es ist schade, mit einem Unentschieden hätten wir alles selbst in der Hand gehabt”, meinte Fink, der Grünwald (“Das weiß er selbst”) keine Vorwürfe machen wollte.

Immer wieder betonte Fink, dass man auch aus dieser Niederlage die positiven Dinge herauspicken müsse. “Wir haben eine gute Mannschaft, wie schauen nach vorne”, sagte der 49-Jährige. “Vielleicht kommt das Glück am letzten Spieltag zurück”, erinnerte Fink auch an eine Spielszene beim 0:0 gegen Pilsen in Wien. Damals war Larry Kayode ein regulärer Treffer vom Schiedsrichter-Team fälschlicherweise aberkannt worden.

Nach den drei Heimspielen der Gruppenphase steht für die Austria jedenfalls nur ein Zähler zu Buche. Es hängt wieder an der bekannten Auswärtsstärke der Favoritner, erstmals seit zwölf Jahren im Europacup doch noch überwintern zu können. In der Ferne haben die “Veilchen” in ihrem internationalen Herbst bisher zu überzeugen gewusst, in Qualifikation und Gruppenphase stehen nach fünf Spielen vier Siege und ein Remis (3:3 in Rom) zu Buche. Auch in der Liga geht es für den Tabellenvierten nun Sonntag beim WAC um Zähler. Fink betonte: “Wir dürfen jetzt nicht lange trauern.”

(APA)

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