Ärztekammer übt Kritik an langen Ausbildungs-Wartezeiten

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Ausbildung zum Arzt dauert lange
Ausbildung zum Arzt dauert lange - © APA (Symbolbild)
Die Ärztekammer kritisiert lange Wartezeiten für Jungmediziner auf einen Ausbildungsplatz. Bei den Verantwortlichen müssten “die Alarmglocken schrillen”, meinte Vizepräsident Harald Mayer am Mittwoch. Der Obmann der Spitalsärzte forderte von der Politik mehr Geld zur Schaffung von Ausbildungsplätzen in den Krankenhäusern.

Seit Mitte 2015 müssen Jungmediziner nach der Universität eine neunmonatige Basisausbildung an einer Klinik absolvieren. Eine Erhebung der Ärztekammern hat ergeben, dass die Wartezeiten für einen solchen Ausbildungsplatz bis zu einem Jahr betragen, vereinzelt auch länger. Rund 1.200 Studierende schließen jährlich das Studium der Humanmedizin in Österreich ab. “Wir schätzen, dass etwa 300 davon, also ein Viertel, nicht nahtlos in die Basisausbildung in einer Krankenanstalt wechseln kann”, sagte der Obmann der Turnusärzte, Karlheinz Kornhäusl. Angesichts der bevorstehenden Pensionierungswelle bei den Ärzten und des drohenden Ärztemangels ist für Kornhäusl die Dropout-Rate von 38 Prozent dramatisch. Konkret haben sich von den 1.218 Medizinabsolventen des Jahrganges 2015/16 460 Uniabgänger bis 1. Jänner 2018 nicht in die Ärzteliste eintragen lassen.

Ausbildung kostet Millionen Euro

Mayer verwies darauf, dass die 460 Absolventen, die dem System nicht zur Verfügung stehen, dem Staat rund 227 Millionen Euro an Ausbildungskosten verursacht haben. Wenn man stattdessen Geld in die Schaffung der notwendigen Ausbildungsplätze in den Spitälern investieren würde, käme dies billiger, forderte der Ärztekammer-Vizepräsident von den Ländern die dafür nötigen Budgetmittel. Zudem hätte man dann auch mehr Mediziner zur Verfügung.

Forderungen der Ärztekammer

Kornhäusl und Mayer forderten die Politik auf, die Rahmenbedingungen zu verbessern, damit die Jungmediziner in Österreich bleiben. Konkret forderten sie in jedem Spital einen Ausbildungsoberarzt pro Abteilung, der für die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses von seinem Dienst freigestellt wird. Zudem müssten Arbeitsplätze im Spital attraktiver werden. Dafür brauche es die immer wieder geforderte Entlastung der Ärzte von Administrations- und Dokumentationsaufgaben.

(APA)

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