21. Juni 2012 11:45; Akt.: 21.06.2012 11:48

Ärztekammer: Steinhart neuer Chef der niedergelassenen Mediziner

Johannes Steinhart (r.) und Walter Dorner (l.) Johannes Steinhart (r.) und Walter Dorner (l.) - © APA, Roland Schlager
Bregenz – In der Ärztekammer werden am Donnerstag und Freitag bei einer Vollversammlung in Bregenz die personellen Weichen für die Zukunft gestellt.

alt Korrekturen melden

Während die Entscheidung über die Nachfolge von Kammer-Präsident Walter Dorner erst morgen zwischen Artur Wechselberger (Tiroler Präsident) und Christoph Reisner (niederösterreichischer Präsident) fällt, wurde bereits am Donnerstag geklärt, wer die nächsten Jahre den niedergelassenen Ärzten vorsteht. Es ist Johannes Steinhart, Vorkämpfer gegen die Elektronische Gesundheitsakte und bei der Wiener Kammer-Wahl als Präsidentenkandidat überraschend durchgefallen.

Steinhart rückt in Spitzenfunktion auf

Nunmehr rückt Steinhart doch noch in eine Spitzenfunktion in der Kammer auf. Er tritt die Nachfolge von Günther Wawrowsky an, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidiert hatte. Während Steinhart einziger Kandidat bei der Wahl des Kurienobmanns war, musste sich der schon bisher amtierende Obmann der Spitalsärzte, Harald Mayer, einer Kampfabstimmung stellen, die er für sich entschied, wie die Ärztekammer auf Anfrage der APA mitteilte.

Hardliner Steinhart

Für Gesundheitsminister Alois Stöger (S) kein Honiglecken wird wohl die Zusammenarbeit mit Steinhart. Der 57-jährige Urologe gilt als Hardliner, auch wenn ihm Pragmatismus bei den Honorarverhandlungen mit der Wiener Gebietskrankenkasse nicht fremd ist. Keinen Spaß kennt der aus der ÖVP-nahen “Vereinigung Österreichischer Ärzte” stammende Mediziner jedenfalls, wenn es um ELGA geht.

Mit Totengräber-Schaufel in der Hand

Steinhart organisierte eine Gegen-Kampagne, in der Stöger gleich mit Totengräber-Schaufel in der Hand aufs Cover der Kammer-Zeitung gerückt wurde. Auffällig waren auch Nackt-Inserate, mit denen die angeblich mangelhafte Datensicherheit von ELGA illustriert werden sollte. Die Ärzte goutierten zwar diesen Widerstand gegen die ungeliebte Akte, zum für ihn von Vorgänger Walter Dorner vorgesehenen Wiener Präsidentenamt reichte es aber dennoch nicht, wiewohl Steinharts Liste beim Urnengang diesen Frühling die stimmenstärkste war. Denn dem Chef der sozialdemokratischen Ärzte, AKH-Betriebsrat Thomas Szekeres, gelang es, eine Anti-Steinhart-Koalition zu zimmern, die ihn letztlich zum Präsidenten in der Bundeshauptstadt machte.

Einer der Deals, der rund um die Besetzung der Wiener Kammerspitze lief, hat auch Bedeutung bei der morgigen Entscheidung über den Präsidenten der Bundeskammer. Reisner, der nicht nur Präsident in Niederösterreich ist, sondern auch in Wien mit einer Liste angetreten war, unterstützte in der Bundeshauptstadt Szekeres und erhoffte sich dadurch dessen Wohlwollen bei der Präsidentenwahl.

Komplizierter Wahlmodus

Dieses könnte er zwar durchaus haben, doch dürfte es Wechselberger, der immerhin seit 22 Jahren der Tiroler Kammer vorsteht und in der Bundeskammer derzeit als erster Vizepräsident dient, gelungen sein, eine Mehrheit hinter sich zu bringen. Ganz aufgegeben soll Reisner aber noch nicht haben. Dass sich zusätzlich ein Überraschungskandidat findet, gilt als unwahrscheinlich. Ohnehin sehen die Statuten vor, dass bloß einer der Länderpräsidenten das Bundesamt übernehmen darf.

Der Wahlmodus ist etwas kompliziert. Stimmberechtigt sind die Präsidenten der Länder-Kammern sowie jeweils die Obleute der Kurien der Niedergelassenen und der Angestellten Ärzte – also insgesamt 27 Personen. Allerdings haben die Länder unterschiedliche Stimmgewichte, je nach der Zahl der Mitglieder, die sie vertreten. Unterstützung aus Wien bringt also mehr als aus Tirol.

(APA)



Kommentare 0

Neuen Kommentar schreiben

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig

Mehr auf Salzburg24.at
Ein Roboter als Pflegehilfe
Schwarzach - Hobbit & Co. können zwar helfen, den Alltag zu bewältigen, Gefühle haben sie jedoch keine. mehr »
Zahnärztekammer will Spangen auf Kassenkosten
Angesichts sanierter Kassenfinanzen fordert die Österreichische Zahnärztekammer ein "Ende der ZahnSteinZeit" und damit [...] mehr »
Eine Million Österreicher haben Alkoholprobleme
Rund eine Million Menschen haben in Österreich ein Problem - den übermäßigen bis krankhaften Alkoholkonsum. Die [...] mehr »
Patienten geben der Wiener Gebietskrankenkasse gute Noten
1.200 Patienten und Patientinnen der Wiener Gebietskrankenkasse wurden nach ihrer Zufriedenheit befragt. 92,4 Prozent [...] mehr »
Österreicher mit heimischem Gesundheitssystem zufrieden
Die österreichische Bevölkerung ist nach ihrem subjektiven Befinden zu 88 Prozent "sehr" oder "eher zufrieden" mit der [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren