AI: Sicherheitskräfte in Nigeria töteten 150 Separatisten

Nigerianische Sicherheitskräfte sollen mindestens 150 Menschen bei friedlichen Demonstrationen für die Unabhängigkeit der Region Biafra getötet haben. Nach dem von Amnesty International (AI) am Donnerstag veröffentlichten Bericht ereigneten sich die Vorfälle zwischen August 2015 und August 2016.

Die Separatisten aus dem Volk der Igbo setzen sich für die Unabhängigkeit der Region Biafra im Südosten Nigerias ein. Amnesty hatte eigenen Angaben zufolge 87 Videos, 122 Fotografien und 146 Augenzeugenberichte analysiert. Demnach schossen Soldaten wiederholt und ohne Vorwarnung auf Demonstranten, um Menschenmengen auseinanderzutreiben. “Dieser rücksichtslose und schießwütige Ansatz zur Kontrolle der Menschenmassen führte zu mindestens 150 Toten und wir befürchten, dass die eigentliche Zahl noch viel höher ist”, sagte der Amnesty-Direktor in Nigeria, Makmid Kamara.

Das Militär stritt die Vorwürfe ab. Die Truppen reagierten “verantwortungsvoll, während sie von Demonstranten mit Schusswaffen angegriffen wurden”, teilte Militärsprecher Sani Usman mit.

Auf die Proklamation der Unabhängigkeit 1967 war ein Bürgerkrieg gefolgt, der in einer Kapitulation der Separatisten in Biafra endete. Hunderttausende Menschen fielen der mit dem Konflikt einhergehenden Hungersnot und Suchen zum Opfer.

(APA/dpa)

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