Airbnb & Co: Salzburg kämpft gegen Online-Zimmervermittler

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Insgesamt werden in Salzburg 800 Airbnb- Wohnungen angeboten (Symbolbild).
Insgesamt werden in Salzburg 800 Airbnb- Wohnungen angeboten (Symbolbild). - © AFP
Immer mehr Bundesländer in Österreich reagieren auf den Boom von Online-Zimmervermittlern und novellieren deswegen ihre Tourismusgesetze, Salzburg hofft auf das neue Raumordnungsgesetzt (ROG). Derzeit müssen die Vermieter selbst die Ortstaxe abführen, was oft nicht passiert. Künftig sollen die Plattformen die Tourismusabgabe einheben oder Daten liefern. Auch das Finanzamt will bei Kurzzeit-Vermietern genauer hinsehen.

Zu den bekanntesten Vermittlern zählen unter anderem Airbnb, 9 Flats und Wimdu. Auch große Hotelzimmer-Plattformen wie Booking.com und HRS bieten bereits Ferienwohnungen an. Über Airbnb waren Ende 2016 nach Firmenangaben rund 17.000 Unterkünfte in Österreich gelistet. Davon werden rund 10 Prozent länger als 180 Tage im Jahr vermietet.

Verfahren gegen Vermieter in Salzburg

Ein Dutzend Verfahren gegen Vermieter sind in der Stadt Salzburg anhängig, die illegal auf Online-Portalen wie Airbnb vermietet haben. “Nach bestehender Rechtslage müssen wir den Beweis erbringen, dass eine Vermietung touristisch und dauerhaft erfolgt. Das ist schwierig, auch weil oft Firmen oder Agenturen dazwischengeschaltet sind”, sagte Alexander Würfl, neuer Leiter des Baurechtsamts der Stadt Salzburg.

In der Stadt Salzburg sind Wohnungen sehr knapp. Derzeit ist die touristische Nutzung von Wohnungen in Salzburg verboten, wenn sich in einem Gebäude mehr als fünf Einheiten befinden. Theoretisch drohten bei Verstößen Verwaltungsstrafen bis zu 25.000 Euro – exekutiert wird das in dieser Höhe aber nicht einmal annähernd. Das Landesverwaltungsgericht hat im Dezember 2016 etwa eine Beschwerde eines Vermieters gegen eine Geldstrafe in der Höhe von 500 Euro abgewiesen. Ein Mann hatte seine Wohnung seit 2014 vermietet und nie Gebühren abgeführt. Nach Nächtigungen hatten immerhin 189 Gäste das Quartier bewertet.

ROG soll gegen Online-Vermietungen helfen

In Salzburg erhofft sich die Politik vor allem durch das neue Raumordnungsgesetz – es soll mit 1. Jänner 2018 in Kraft treten – mehr Möglichkeiten gegen die Vermietung auf Online-Plattformen. Die geplanten Vorschriften richten sich zwar nicht explizit gegen Airbnb & Co, die Privatzimmervermietung wird aber neu an den Hauptwohnsitz gekoppelt. “Wer in Zukunft die eigene Wohnung oder ein Zimmer vermietet, darf das”, sagte Würfel. Zusatz: “Wenn der Gast Ortstaxe und der Vermieter Steuern zahlt.” Der Besitz einer Wohnung rein für die touristische Vermietung wird verboten.

800 Airbnb-Wohnungen in Salzburg

Alleine die Zahl der über Airbnb angebotenen Wohnungen wird in Salzburg auf etwa 800 geschätzt. Die Politik beklagt, dass in der Landeshauptstadt Immobilien bereits nur für die Vermietung über Online-Plattformen erworben oder gebaut werden. Das belastet den angespannten Wohnungsmarkt in der Stadt – und treibt die Preise weiter in die Höhe.

(APA)

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