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AK-Erhebung: Kosten für Heizöl und Benzin sinken langsam

AK-Erhebung: Kosten für Heizöl und Benzin sinken langsam
Salzburg – Der Rohölpreis fällt rapide - Aber die Tankstellen ziehen zu wenig nach. Der explosive Anstieg der Preise für Heizöl und Benzin schwächt sich endlich ab. Eine Erhebung der AK-Kosumentenschützer zeigt, dass die Kosten für Heizöl im Vergleich zum Juni 2008 um bis zu 13,2 Prozent gesunken sind.

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Auch Treibstoff wurde um bis zu 10,2 Prozent günstiger. Der Rohölpreis sank aber um 26 Prozent. “Die leichte Preissenkung bei den Öl- und Treibstoffpreisen ist erfreulich”, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler. “Aber die Konzerne geben nur einen kleinen Teil der gesunkenen Kosten tatsächlich weiter.” Die Belastung für die Menschen sei deshalb enorm.

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Salzburg haben zwischen dem 10. und 11. September 2008 an 164 Tankstellen im Bundesland Salzburg die Preise für Superbenzin und Diesel ermittelt. Außerdem im Erhebungspaket: Der Preis für Heizöl “extra leicht” - pünktlich zum Kälteeinbruch ein wichtiger Referenzwert für die Heizkosten.

Die AK verglich die Resultate des Preisvergleichs mit den Werten vom Juni dieses Jahres und vom September 2007. Beim Heizöl wurde außerdem mit Erhebungsdaten aus den Jahren 2003 und 2004 verglichen. Für Pendler hat sich die Preissituation stabilisiert, allerdings auf hohem Niveau. Viele Salzburger müssen das Benzingeld nach wie vor “regelrecht zusammenkratzen”, berichtet die Salzburger Arbeiterkammer.

Heizöl bleibt vergleichsweise teuer

Beim Heizöl ist die Lage ähnlich. Die extrem hohe Teuerung von fast 28 Prozent beim Kauf von 3000 Litern zwischen März und Juni wurde durch einen moderaten Preisrückgang von 13,3 Prozent teilweise abgeschwächt. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Menge Heizöl aber immer noch um 615 Euro teurer. Auch das Preisplus im Fünf-Jahres-Vergleich mit 137 Prozent verursacht 1563 Euro Mehrkosten. Die Menschen in Salzburg seien besonders betroffen, weil hier noch mehr als ein Drittel der Einwohner mit Öl heizt, heißt es in der AK-Erhebung. Der Österreichschnitt liege mit lediglich einem Viertel der Haushalte deutlich darunter. “Die Menschen in Salzburg müssen immer noch einen guten Teil ihres Urlaubsgeldes sprichwörtlich verheizen”, urteilt Pichler.

Benzin billiger, aber nicht günstig

Der Preis einer Tankfüllung Super (50 Liter) ist im Landesschnitt im Vergleich zum Juni um 3,90 Euro gesunken. Diesel wurde um 6,20 Euro billiger. Im Vergleich zum Vorjahr zahlen die Salzburger aber immer noch 4,45 Euro mehr für Super und 9,55 Euro mehr für Diesel. In Salzburg Stadt sparen sich die Autofahrer bei einer Tankfüllung Super 4,30 Euro,  bei Diesel 5,25. Die Ersparnis in den Bezirken Flachgau, Tennengau und Pongau liegt ähnlich. Der Preis für Benzin ging dort um 4,17 (Tennengau, 2,85 Euro) bis 6,27 Prozent (Salzburg Stadt) zurück. Beim Diesel beträgt die Ersparnis 7,53 (Salzburg Stadt) bis 8,71 (Flachgau, 6,18 Euro) Prozent.

“Nachdem Lungau und Pinzgau im Juni am stärksten unter der Teuerung litten ist es begrüßenswert, dass es dort jetzt die größten Vergünstigungen gibt”, sagt AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil. Benzin wurde im Lungau um 6,15 Prozent, das macht pro Tankfüllung 4,28 Euro aus, und im Pinzgau um 6,66 Prozent (4,58 Euro je Tank) günstiger. Vor allem beim Dieselpreis dürfen sich die Leute vorsichtig freuen: Mit 10,21 Prozent im Lungau und 10,11 Prozent im Pinzgau wurde Diesel-Treibstoff spürbar billiger. Autofahrer zahlen 7,50 beziehungsweise 7,24 Euro weniger pro Tank. “Damit liegen die Preise zwar unter dem Höchststand vom Juni des Jahres, aber immer noch weit über dem Wert vom März”, so Stefan Göweil. Am teuersten ist Treibstoff trotz des Kostenrückgangs im Lungau (Diesel) und im Tennengau (Super). Die Pinzgauer Tankstellen waren bei der AK-Erhebung im Durchschnitt die günstigsten im gesamten Bundesland.

Trotz Pendlerentlastung hohe Kosten

Auch für Pendler gibt es eine leichte Entlastung, aber längst keine Erlösung von den hohen Preisen. Wer aus dem Lungau (Tamsweg) nach Salzburg auspendelt zahlt pro Monat um 28,56 Euro weniger für Superbenzin als im Juni, aber immer noch 32,56 Euro mehr als letzten September. Bei Diesel sind es 36,32 Euro weniger, im Vorjahresvergleich kommt aber nach wie vor ein Plus heraus: 55,92 Euro. Ein Flachauer Arbeitnehmer (aus Hof) zahlt für Super 3,72 und für Diesel 4,76 Euro weniger, aber beharrlich 4,28 beziehungsweise 7,32 Euro mehr als im Vorjahr. Der Beispielpendler aus Tamsweg zahlt jährlich 1823 Euro mehr für Diesel und 1538 Euro mehr für Benzin als noch 2003 - und das in elf Monaten. Der Urlaubsmonat wurde nicht eingerechnet.

AK-Präsident Pichler begrüßt dahingehend die von der Salzburger Landesregierung beschlossene Entlastungen der Salzburger Pendler. Diese sollen bereits mit dem Jahreswechsel wirksam werden. Für viele Pendler bleiben die hohen Kosten aber weiterhin eine große Belastung. Pichler zufolge sei hier der Bund gefragt.

Die detaillierten Ergebnisse der aktuellen AK-Erhebung der Treibstoff und Heizölpreise sowie die Entwicklung der Pendlerkosten stehen auf der Homepage der Salzburger Arbeiterkammer unter Bezin- und Heizölpreise Salzburg zum Download bereit.



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