AK Oberösterreich kritisiert Stellenabbau in Steyrermühl

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Johann Kalliauer kritisiert den Konzern UPM
Johann Kalliauer kritisiert den Konzern UPM - © APA
Der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Johann Kalliauer, hat am Sonntag heftige Kritik am geplanten Abbau von 125 Mitarbeitern in der Papierfabrik Steyrermühl geübt. Der finnische Mutterkonzern UPM habe in den ersten drei Quartalen des heurigen Jahres sein Ergebnis vor Steuern und Zinsen gegenüber 2015 um 28 Prozent auf 859 Mio. Euro gesteigert und stehe eigenen Angaben nach blendend da.

Der vom Konzern veröffentlichte Zwischenbericht zu den ersten neun Monaten des Jahres 2016 spreche selbst von einem “hervorragenden, saisonal starken dritten Quartal”. “Auch das Werk in Steyrermühl hat im Vorjahr einen ordentlichen Gewinn erwirtschaftet. In dieser Situation den Abbau fast eines Drittels der Belegschaft in Steyrermühl wegen angeblich mangelnder Nachfrage zu beschließen, ist menschenverachtend”, teilte Kalliauer in einer Presseaussendung mit.

Er forderte die UPM-Manager auf, die Personalabbaupläne zurückzunehmen. “Statt das erwirtschaftete Geld in den Bestand der Unternehmen und die Sicherung der Arbeitsplätze zu investieren, wird es in hohem Maß Ausmaß an die Eigentümer ausgeschüttet.” Dazu rechnete Kalliauer im Gespräch mit der APA vor, dass UPM im Jahr 2015 an die Eigentümer rund 68.500 Euro pro Beschäftigtem (insgesamt 30 Mio. Euro) ausgeschüttet hat. “Davon könnte man die 125 Arbeiter, die jetzt abgebaut werden, drei Jahre lang inklusive Nebenkosten beschäftigen.”

Grund für den am vergangenen Donnerstag bekannt gewordenen Stellenabbau ist laut der Konzernmutter UPM-Kymmene eine rückläufige Papiernachfrage. Weitere 150 Arbeitsplätze gehen am Standort Augsburg in Bayern verloren, in Summe 275 Arbeitsplätze. UPM verspricht sich von den Kürzungen jährlich Einsparungen von etwa 30 Mio. Euro.

(APA)

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