AK-Salzburg meldet 2017 fast 8.000 Beschwerden rund um Thema Wohnen

Das Wohnen beschäftigt die Salzburger und die Konsumentenschützer.
Das Wohnen beschäftigt die Salzburger und die Konsumentenschützer. - © APA/HELMUT FOHRINGER
Fragen, Beschwerden und Probleme rund ums Wohnen nehmen laut Salzburger Arbeiterkammer (AK) zu: Konsumentenberatung verzeichnete im Jahr 2017 einen Anstieg von rund 16 Prozent oder etwa 1.000 Beratungen im Vergleich zum Jahr davor. Wohnen hat sich damit zum Hauptgeschäft entwickelt. Ein großes Problem sind etwa einbehaltene Kautionen.

“Eine Bleibe ist in Salzburg vielerorts unleistbar. Dabei ist Wohnen ein Grundrecht. In unserem Bundesland wird es viel zu oft zum Luxus, den sich nur gut Situierte gönnen können”, sagt AK-Vizepräsident Peter Eder.

Ein Drittel aller Beratungen rund ums Wohnen

Exakt 23.550 Mal hat die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer im Jahr 2017 geholfen. Seit Jahren sind Beschwerden, Probleme und Fragen rund ums Wohnen quasi ein Hauptgeschäft des AK-Konsumentenschutzes: Im Jahr 2017 waren es 7.856 – das ist ein Drittel aller Beratungen überhaupt. Die Anfragen werden jährlich mehr, teilt die AK in einer Aussendung mit. “Die Arbeiterkammer verzeichnete im letzten Jahr beim Thema Wohnen um über 1.000 Beratungen mehr, das ist ein Anstieg um rund 16 Prozent”, berichtet Edith Steidl, Wohn- und Mietrechtsexpertin.

Dauerbrenner Maklergebühren, Kaution, Betriebskosten

Auffällig ist, dass am privaten Wohnungsmarkt in Salzburg kaum mehr Miet- oder Kaufverträge ohne Vermittlung durch Immobilienmakler zustande kommen. Das bringt hohe Kosten für die Mieter, bzw. für die Käufer mit sich.

Bei den Kautionen ist ein Trend festzustellen, dass diese zumindest teilweise einbehalten werden, ohne Rücksicht auf die Rechtslage, bzw. Rechtsprechung. Mieterinnen und Mieter müssen sich immer öfter darum streiten, die Kaution zurück zu erhalten.

Ein Dauerbrenner in der Wohn- und Mietrechtsberatung der AK sind natürlich sind Schimmel, Erhaltungspflichten der Vermieterseite und Betriebskosten. Bei diesen zeigt sich, dass nach wie vor gesetz- und vertragswidrig Kosten auf Mieter überwälzt werden. Weiter anhaltend ist der Trend, dass es wegen Mietzinsrückständen relativ schnell zu Kündigungen und Räumungsklagen kommt.

Rückstand einer Monatsmiete kaum aufzubringen

Mietzinsrückstände sind vor allem den hohen Mieten am Salzburger Wohnungsmarkt geschuldet (Stadt Salzburg: Durchschnittlich 14,50 Euro pro m2 inklusive USt und BK). “Bei einem monatlichen Mietzins von beispielsweise 1.000 Euro (70 m2 Wohnung) ist für Mieterinnen und Mieter der Rückstand von auch nur einer Monatsmiete kaum mehr aufzubringen”, berichtet Konsumentenschützerin Edith Steidl.

AK-Vizepräsident Peter Eder: „Die vier Wände, in denen man lebt, sind ein wichtiger Ort der Erholung, Freizeit und für die Familie. Dieses Grundbedürfnis darf nicht den Großteil vom Einkommen auffressen oder gar arm machen. Nur ein vielfältiges, leistbares Wohnangebot und ein klares, einfacheres und damit mieterfreundlicheres Mietrecht können dafür sorgen, dass sich die Preise beruhigen und Kosteneinsparungen möglich sind. Sowohl die Landes- als auch die Bundespolitik sind gefragt.“

AK fordert gesetzliche Verbesserungen

Um den steigenden Druck von den Mietern zu nehmen, fordert die Arbeiterkammer folgende Veränderungen:

  • Vereinheitlichung des Mietrechtes
  • Ein effektives Mietbegrenzungssystem
  • Maklerprovision bezahlt der Erst-Auftraggeber (Besteller-Prinzip)
  • Abänderung des gesetzlichen Betriebskostenkataloges insofern, als nur jene Kosten überwälzbar sein dürfen, die die Mieter unmittelbar verursachen (Wasser, Abwasser, Müllentsorgung). Keine Betriebskosten im eigentlichen Sinn sind Grundsteuer, Versicherungskosten, Verwaltungskosten.
  • Abschaffung der Befristungsmöglichkeiten (nur mehr wenn sachlich gerechtfertigt)
  • Gesetzliche Regelung der Erhaltungspflicht des Vermieters für den Mietgegenstand und all seine Einrichtungen und Ausstattungen (nur zum Teil in den WRN 2015 und 2016 erfüllt)

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