Voraussetzung dafür sei mehr Beschäftigung, erklärten AK-Chef Tumpel und ÖGB-Präsident Foglar. Tumpel verwies darauf, dass derzeit auf 100 Erwerbstätige 63 Leistungsbezieher kämen. Dieser Wert würde sich bis 2050 auf 90 Prozent erhöhen, wenn beispielsweise nur 67,5 Prozent der Österreicher zwischen 20 und 64 erwerbstätig seien. Ganz anders sehe es aus, wenn 80 Prozent dieser Gruppe beschäftigt wären. Dann kämen lediglich 72 Leistungsbezieher auf 100 Erwerbstätige.
Dies sei durchaus eine realistische Annahme, meinte der AK-Präsident, denn in skandinavischen Staaten gebe es jetzt schon entsprechende Beschäftigungsquoten. Für Tumpel stellt dieses Zahlenspiel jedenfalls klar, dass der Schlüssel zur Sicherung des Systems nicht Pensionskürzungen seien sondern mehr Beschäftigung.
Dafür sorgen sollte nach Ansicht Foglars einerseits der Gesetzgeber, andererseits die Arbeitgeber. Vorangetrieben werden müsse etwa die Gesundheitsförderung in den Betrieben, um die hohe Zahl der Invaliditätspensionen zu senken. Zudem plädiert der ÖGB-Präsident für die Etablierung eines Bonus/Malus-Systems. Dieses könnte etwa so gestaltet sein, dass Unternehmen, die mehr ältere Arbeitnehmer beschäftigen als der Durchschnitt der Branche, bei den Arbeitgeber-Abgaben belohnt werden.