6. Mai 2010 10:36; Akt.: 6.05.2010 10:36

Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" verlegt "Armutsgrenzen"

Bis hierhin und nicht weiter: Die "Armutsgrenze" vor dem Salzburger Festspielhaus. Bis hierhin und nicht weiter: Die "Armutsgrenze" vor dem Salzburger Festspielhaus. - © www.hungeraufkunstundkultur.at
Die Aktion “Hunger auf Kunst und Kultur” verlegt “Armutsgrenzen”, um im Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung auf die Situation jener Menschen aufmerksam zu machen, die von Armut betroffen sind.

Am Donnerstagvormittag wurden im Wiener MuseumsQuartier, vor dem Grazer Landhaus und in Salzburg zwischen Schranne und Toi Haus entsprechende Bodenmarkierungen angebracht. “Denn es gibt viele Grenzen, und es gibt viele Möglichkeiten, sie zu überwinden”, heißt es in den Presse-Unterlagen.

So gebe es etwa “keinen Grund, warum Menschen das kulturelle Angebot vorenthalten werden sollte, nur weil ihnen die finanziellen Mittel dazu fehlen”, wird Martin Schenk von der Armutskonferenz zitiert. “Die Finanzkrise und ihre Folgen machen die Situation nicht besser.” Die 2003 von Schauspielhaus Wien und Armutskonferenz ins Leben gerufene und seit 2007 von der Stadt Wien unterstützte Initiative “Hunger auf Kunst und Kultur” ermöglicht Menschen, die in prekären finanziellen Verhältnissen leben, einen unentgeltlichen Zugang zu Kunst und Kultur. Mittlerweile beteiligen sich mehr als 140 Kulturinstitutionen in Wien und 450 in ganz Österreich an der Aktion, bei der Besitzer eines Kulturpasses (derzeit sind es rund 20.000 in Wien bzw. 31.500 in ganz Österreich) freien Eintritt zu Veranstaltungen erhalten.

Laut “Hunger auf Kunst und Kultur” sind aktuell in Österreich 500.000 Menschen von Armut betroffen. “Prekäre Einkommensverhältnisse schränken ein und schaffen für sozial benachteiligte Menschen Grenzen, die für andere unsichtbar bleiben. Die Kampagne ‘Armutsgrenze’ zeigt die Grenzen auf und macht Barrieren sichtbar.”

In Österreich haben sich die Bundesländer Salzburg, Steiermark, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg und die Stadtgemeinde Tulln der Aktion “Hunger auf Kunst und Kultur” angeschlossen.

In Salzburg beteiligten sich im Jahr 2009 67 Salzburger Kulturbetriebe und Museen an dieser Aktion. Insgesamt wurden im Vorjahr in den 62 Ausgabestellen in Stadt und Land Salzburg 1.027 Kulturpässe ausgegeben. Mit diesen Kulturpässen konnten 4.143 Veranstaltungen im Bundesland Salzburg besucht werden, der Gegenwert der ausgegebenen Karten lag bei 44.706 Euro. Die gestiegene Akzeptanz des Kulturpasses geht allerdings mit einem Rückgang der Spenden in den Kulturhäusern einher - lediglich 1.286,62 Euro befanden sich in den aufgestellten Spendenboxen der Kulturstätten.

Die Idee des Kulturpasses hat auch über die Grenzen Österreichs hinaus Nachahmer gefunden. In Frankfurt (2008), Jena (2007), Stuttgart (2010), Darmstadt (Herbst 2010) und Luxemburg (2010) haben sich Initiativen gebildet, die das Modell aufgegriffen und in ähnlicher Form umgesetzt haben bzw. umsetzen wollen.

Mehr Infos zur Aktion auf http://www.hungeraufkunstundkultur.at


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