Skandal bei Regierungsangelobung in Belgien

Akt.:
Demonstrationszug in Wien
Demonstrationszug in Wien
Kaum angelobt, hat die belgische Regierung schon ihren ersten Skandal. Besonders in sozialen Netzwerken gingen am Samstag die Wogen hoch. Der Grund: Die zum “V” erhobene rechte Hand dreier Minister der flämischen N-VA-Separatisten bei der Angelobung. Die Geste steht für “Verandering Voor Vlaanderen” (Veränderung für Flandern), der Wahlkampfslogan der N-VA.


Völlig unbewusst habe er diese ausgeführt, rechtfertigte sich danach der neue Vize-Premier für Inneres und Sicherheit Jan Jambon. “Ganz ehrlich, es war ein Zufall. Ich habe es aus Gewohnheit gemacht, es war ein Reflex. Ich wollte nichts Besonderes damit bezwecken, wirklich nicht.

Jambon, der innerhalb seiner Partei als besonders hartnäckiger Verfechter einer Unabhängigkeit des belgischen Nordens gilt, war der erste Minister, der die Handbewegung ausführte. Es folgten der neue Staatssekretär für Asylwesen und Migration, Theo Francken, der ebenfalls zum rechten Flügel der N-VA zählt sowie Verteidigungsminister Steven Vanderput.

Die N-VA war bei den Parlamentswahlen im Mai sowohl im niederländischsprachigen Norden als auch auf nationaler Ebene stimmenstärkste Partei geworden. In der am Samstag in Brüssel angelobten Mitte-Rechts-Regierung verzichtete sie jedoch freiwillig auf das Amt des Premierministers, sicherte sich dafür aber zahlreiche Schlüsselressorts. Den Ministerpräsidenten stellt mit Charles Michel künftig die einzige frankofone Partei der neuen Regierung, die liberale MR. Im Gegenzug musste sie sich mit Ausnahme des Außenressorts jedoch mit unbedeutenderen Ministerien zufriedengeben.

Mit welcher symbolischen Bedeutung selbst kleine Gesten in Belgien aufgeladen werden, zeigt der Umstand, dass belgische Medien penibel mitnotierten, in welcher Sprache die einzelnen Minister ihren Amtseid ablegten. In allen drei Landessprachen (Französisch, Niederländisch und Deutsch) tat dies lediglich Premier Michel. Fünf weitere Minister leisteten den Eid auf Französisch und Niederländisch, darunter drei der vier Vize-Premiers. Der Rest beschränkte sich auf die Sprache ihres jeweiligen Landesteils.

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Salzburger Handwerkspreis geht... +++ - Motorradfahrer rast mit 163 km... +++ - Warum wir nicht gerne mit den ... +++ - Motorrad gegen Auto: Schwer Ve... +++ - Weihnachtsbeleuchtung in der A... +++ - Kind bei Verkehrsunfall in Hel... +++ - Salzburg bringt fahrende Bibli... +++ - Rainerstraße: Mann bei Arbeits... +++ - 15. Salzburger Verkehrstage: M... +++ - Autofahrer, aufgepasst! Vorsic... +++ - Großgmain: Passant findet tote... +++ - Nationalratswahl: So vergaben ... +++ - „Kleine Reisewelle“ rollt auf ... +++ - Rekrut erschossen: Schwager de... +++ - Lehen: Radler streckt Mann mit... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen