So steht es um den Wolf in Salzburg

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Wo ist der Salzburger Wolf?
Wo ist der Salzburger Wolf? - © APA/AFP/Aris MESSINIS/Land Salzburg/Melanie Hutter/SALZBURG24
Mit gerissenen Schafen und Ziegen hat der Wolf in den letzten Monaten für Schlagzeilen in Salzburg gesorgt. Das letzte Mal, dass ein Herdentier eindeutig durch die Schuld des Raubtiers gestorben ist, war im Mai. Ist der Wolf seither weitergewandert? Wurde er abgeschossen? Der Wolfsbeauftragte des Landes, Hubert Stock, gibt im Interview Antworten.




Medial ist es in den letzten Wochen ruhig geworden um den Wolf, der durch Salzburgs Wälder streift. Verschwunden ist das Thema aber nicht, wie ein Gespräch mit Hubert Stock zeigt. Der Wolfsbeauftragte gibt im Interview mit SALZBURG24 einen Einblick in die Umsetzung des Aktionsplanes und erklärt, wo sich der Wolf derzeit befinden könnte.

SALZBURG24: Laut aktuellem Stand stehen noch einige DNA-Analysen zu möglichen Wolfsattacken aus. Wann rechnen Sie denn mit den Ergebnissen?

HUBERT STOCK: In diesen Fällen haben die ersten Proben kein Ergebnis gebracht, deshalb dauert es etwas länger. Im Moment wird eine zweite Probe analysiert und die müssten eigentlich jeden Tag fertig sein. Das ist durchaus üblich, es kommt öfter vor, dass die erste Probe kein Ergebnis bringt, bei der zweiten aber eindeutige Ergebnisse herauskommen.

Wann ist der Wolf denn das letzte Mal gesichtet worden?

Es gibt im Prinzip laufend Meldungen, in den meisten Fällen stellen sich diese dann aber als Hunde heraus. Der letzte bestätigte Fall ist vom 14. Mai in Eben.

Könnte es sein, dass der Wolf mittlerweile weitergezogen oder illegal abgeschossen worden ist?

Illegal abgeschossen wurde er glaube ich eher nicht. Es wäre nicht einmal einfach, einen Wolf auf legale Weise abzuschießen. Wir gehen davon aus, dass der Wolf weitergezogen ist. Es gibt auch Meldungen von Rissen aus anderen Bundesländern, die letzten paar Fälle kommen aus Oberösterreich und der Steiermark.

Sie haben erwähnt, es wäre nicht leicht, einen Wolf abzuschießen. Inwiefern?

Selbst wenn ein Wolf als sogenannter Problemwolf zum Abschuss freigegeben würde, ist es nicht leicht. Der Wolf ist ein sehr scheues Tier, das sich hauptsächlich im Wald aufhält. Er hat auch einen sehr großen Aktionsradius, deshalb kann man auch nicht einen Ort ausmachen, an dem man ihn erlegt. Und bis man einen rechtsgültigen Entscheid in den Händen hält, kann der Wolf schon wieder Hunderte Kilometer weitergezogen sein.

Wird überlegt den Wolf zu chippen um nachvollziehen zu können, wo er unterwegs ist?

Das wäre im Prinzip noch schwieriger als die Bergung. Dazu müsste man den Wolf zuerst einmal fangen. Und alle Experten bestätigen, dass kaum ein Wildtier so schwer zu fangen ist, wie der Wolf. Das klingt zwar relativ gut und praktikabel, ist in der Praxis aber kaum durchführbar. Das geht nur bei Wölfen, die aus einer Zucht oder einem Zoo kommen.

In Salzburg ist ein eigener Aktionsplan aufgestellt worden. Welche Vorhaben sind hier schon umgesetzt und woran arbeiten Sie gerade?

Mit meiner Bestellung ist ein Punkt des Fünf-Punkte-Plans ja bereits erfüllt, den Rest arbeiten wir Schritt für Schritt ab. Wir sind hier auf einem guten Weg, am schwierigsten wird sicher, den Schutzstatus des Wolfes zu ändern. Das ist ein langfristiges politische Ziel, das auf EU-Ebene natürlich nicht innerhalb kurzer Zeit umsetzbar ist.

Wir arbeiten im Moment daran, einen effektiven Herdenschutz aufzubauen. Wir stellen vom Land Salzburg eine Förderung zur Verfügung für die Errichtung von Herdenschutzzäunen. Es gibt auch Beratungen für einzelne Bauern, die einen Zaun aufstellen wollen. Acht Bauern haben die Schutzmaßnahmen bereits in ihrem Betrieb umgesetzt. Das ist ein guter Anfang und da werden wir sehr viele Erfahrungswerte gewinnen: Was ist umsetzbar und was ist den Bauern auch zumutbar?

Gehen die Überlegungen auch in Richtung Herdenschutzhunde?

Auch das wird angedacht, es sind auch schon zwei Herdenschutzhunde bei zwei Bauern im Einsatz. Es wird in alle Richtungen gearbeitet, wenn es um den Herdenschutz geht, auch eine Ausbildung für Hirten ist geplant. Da sind wir noch in der Aufbauphase, wir werden uns auch ansehen, wie das in anderen Ländern funktioniert.

Auf Bundesebene war die Sprache von einem “Österreichzentrum für Wolfsmanagment”. Gibt es diesbezüglich schon Neuigkeiten?

Nein, bis jetzt gibt es eine Absichtserklärung. Prinzipiell ist dieses Zentrum aber sinnvoll, um die Kompetenz zu konzentrieren und den Datenaustausch zwischen den Bundesländern zu fördern. Hier gibt es gute Ansätze, aber noch keinen konkreten Zeitplan.

Hubert Stock über seine Aufgabe:

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