Albanien und Serbien verschieben Staatsbesuch

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Der für Mittwoch geplante Besuch des albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama in Belgrad ist am Sonntag nach den Fußball-Krawallen vom vergangenen Dienstag verschoben worden. Er soll nun am 10. November stattfinden. Dies wurde am Sonntag nach einem Telefongespräch des serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vucic mit seinem albanischen Amtskollegen mitgeteilt.


Beide Regierungen erklärten am Sonntag jedoch, an der geplanten Reise Ramas in das Nachbarland werde festgehalten. Darauf hätten sich Rama und der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic in einem Telefonat verständigt, hieß es. Es ist der erste Besuch eines albanischen Regierungschefs in Serbien seit 68 Jahren.

Am 14. Oktober war es beim Qualifikationsspiel für die Fußball-Europameisterschaft zwischen Serbien und Albanien in Belgrad zum Eklat gekommen. Das Spiel wurde in der ersten Halbzeit abgebrochen, nachdem eine Drohne mit einer Flagge Großalbaniens über dem Spielfeld aufstieg.

Die Flagge zeigte die Umrisse eines großalbanischen Reiches, das neben Albanien und dem Kosovo auch Gebiete in Mazedonien, Montenegro, Serbien und Griechenland umfasst. Als ein serbischer Spieler die Flagge an sich nahm, kam es zu einem Handgemenge. Auch einige Zuschauer stürmten auf den Platz und griffen vereinzelt albanische Spieler an.

Am Samstag zündeten Fußballfans des Belgrader Erstligisten Roter Stern beim Stadtderby gegen Partizan im Stadion eine albanische Fahne an. Die albanische Regierung reagierte empört. Das Außenministerium in Tirana rief serbische Politiker am Sonntag auf, “sich von solchen Aktionen, die schädlich für die Zukunft und Stabilität auf dem Balkan sind, zu distanzieren”. Albanien forderte die serbischen Behörden dazu auf, die Täter vor Gericht zu stellen.

In der nordserbischen Stadt Subotica griffen Nationalisten eine Moschee mit einem Molotowcocktail an. Das berichtete die örtliche muslimische Gemeinde am Sonntag. Daneben waren in der Stadt Novi Sad die Fensterscheiben eines Eissalons eingeworfen worden, weil die Angreifer annahmen, der Besitzer sei ein Albaner, berichteten die örtlichen Medien übereinstimmend.

Das serbische Innenministerium beschuldigte unterdessen den Bruder des albanischen Regierungschefs, beim EM-Qualifikationsspiel in Belgrad von seiner VIP-Loge aus die Drohne gesteuert zu haben. Olsi Rama erklärte jedoch nach seiner triumphalen Rückkehr nach Tirana in Begleitung der Nationalelf, er sei weder festgenommen, noch befragt worden.

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