Algorithmus erkennt Spaßfaktor von YouTube-Clips

"Comedy Slam"-Aktion soll Top-10 der lustigsten Videos finden. "Comedy Slam"-Aktion soll Top-10 der lustigsten Videos finden. - © YouTube/Screenshot
Die Online-Videoplattform YouTube ist seit kurzem auf der Suche nach den lustigsten Videospots. Im Zuge der “Comedy Slam” getauften Aktion, bei der User per Voting die Top-10 der lustigsten Beiträge ermitteln sollen, findet auch ein spezieller Algorithmus Verwendung, der den Spaßfaktor einzelner Inhalte gewissermaßen automatisch “berechnen” kann.

Falls sich das Verfahren als erfolgreich erweist, sollen demnächst mit einem ähnlichen technischen Ansatz auch die skurilsten bzw. die niedlichsten YouTube-Videos gekürt werden.

“Wir haben uns im Zuge des YouTube Music Slams schon einmal mit der computergestützten Quantifizierung von musikalischem Talent in akustischen Signalen auseinandergesetzt und uns nun überlegt, ob wir dasselbe auch für witzige Videos umsetzen können”, erklärt der Google-Forscher Sanketh Shetty per Blogeintrag. Im Vergleich zu Musik sei das automatische Erkennen und Bewerten von Humor aber eine ungleich schwierigere Herausforderung. “Humor ist subjektiv. Während Content-basierte Aspekte bei Musik sehr gut funktionieren, würde dies für die Festlegung des Spaßfaktors nicht ausreichen”, betont Shetty.

Erkennen, was lustig ist

Doch wie kann der von den findigen Google-Mitarbeitern entwickelte Algorithmus nun Humor erkennen und bewerten? Zunächst einmal müssen Videos, die in die “Comedy Slam”-Wertung von YouTube aufgenommen werden wollen, auch in der Kategorie “Comedy” auf das Videoportal hochgeladen worden sein. Um der Software begreiflich zu machen, was lustig ist und was nicht, wurde sie vorerst nur mit solchem Material “gefüttert”, das von Menschen auch schon zuvor als solches eingestuft worden ist.

Eine weitere Eingrenzung des Fun-Faktors erledigt der Algorithmus dann über die Analyse des Titels bzw. der Beschreibung des jeweiligen Beitrags. Auch gewisse audiovisuelle Aspekte wie eine wackelige Kameraführung oder lautes Gelächter fließen in diesem Zusammenhang in die computergenerierte Wertung mit ein. Von entscheidender Bedeutung sind zudem die abgegebenen User-Kommentare: Werden dort Ausdrücke wie “hahaha” oder Abkürzungen wie “lol” (“laughing out loud”) gefunden, geht die Software automatisch von einem höheren Humorgehalt aus.

Endauswahl liegt bei den Usern

Auch wenn der Algorithmus bislang gut zu funktionieren scheint, die Endauswahl der witzigsten Spots wird dann aber doch den YouTube-Usern überlassen. Diese bekommen lediglich eine automatisch generierte Auswahl von zwei als witzig eingestuften Videoclips serviert, aus denen sie sich einen “Gewinner” aussuchen müssen. Dass die Aktion bei der Nutzerschaft gut ankommt, zeigen die Teilnehmerzahlen: “Bislang haben bereits mehr als 75.000 Menschen über 700.000 Stimmen abgegeben”, so der Google-Forscher Shetty. (pte)



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