Akt.:

Alle Brustimplantate bergen Risiko

Silikongel-Implantate: Statt Vorzüge nun Gefahren im Fokus Silikongel-Implantate: Statt Vorzüge nun Gefahren im Fokus - © AP
Silikonimplantate in der Brust stellen immer ein bestimmtes Gesundheitsrisiko dar - auch solche, die nicht von der Skandalfirma PIP und deren Abnehmer stammen.

Korrektur melden

"Ideal wäre zwar, dass Brustimplantate nach dem Einsetzen 20 Jahre im Körper verbleiben können. Das ist jedoch meist nicht der Fall. Silikonimplantate sind keine One-Time-Surgery und Probleme eher Regel als Ausnahme. Patienten müssen mit einem Austausch nach fünf Jahren rechnen", sagt Peter M. Vogt, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der plastischen, rekonstruktiven und ästhetischen Chirurgie DGPRÄC, im pressetext-Interview.

Häufig Austausch nötig

Seit im Dezember 2011 publik wurde, dass die französische Brustimplantate-Firma Poly Implant Prothese (PIP) ein für Menschen ungeeignetes, deutsches Industriesilikon verwendet hat, hat sich der Blick der Medizin auf Silikonkissen allgemein deutlich geschärft. Binnen zehn Jahren lassen bis zu 30 Prozent der Patientinnen ihre Implantate entfernen oder ersetzen, berichtet das US-Wissenschaftsportal "The Scientist". Die Daten stammen aus einem Bericht zu Brustimplantaten der "Food and Drug Administration" (FDA) aus dem Jahr 2011.

Die Gründe des notwendigen Austauschs sind vielfältig. Entweder veränderte sich die Form des Kissens und infolge auch der Brust, oder es kam zu einer Ruptur, die das Silikon auslaufen lässt und dabei manchmal Schmerzen und Irritationen auslöst. Möglich ist jedoch auch eine Kapselfibrose, bei der die Kollagenschicht um die Prothese, die der Körper als Abwehrreaktion aufbaut, verdickt und hart wird und Spannung, Festigkeit bis hin zu Schmerzen fühlen lässt. Bei bis zu 20 Prozent der Frauen mit Silikonbrüsten ist Letzteres der Fall.

Jeder Wechsel erhöht Risiko

Die von Vogt vorgelegten deutschen Zahlen sind niedriger. "Drei Jahre nach der OP liegt die Austauschquote unter einem Prozent, sieben Jahre später bei acht Prozent. Insgesamt ist bei 15 Prozent der Patientinnen nach der Erstimplantation ein Auswechseln nötig - wobei man diese Zahlen aufgrund der aktuellen Vorfälle nochmals überprüfen wird müssen", erklärt der plastische Chirurg. Nach dem Wechsel steigt ab dem zweiten Implantat das Risiko, da vorhandene Narben die Umgebung für Operation und Implantat verschlechtern.

Für erhöhtes Brustkrebs-Risiko durch Silikon gibt es laut Vogt bisher "keine Anhaltspunkte", für einen Zusammenhang mit Lymphomen sammle man derzeit noch Daten. Die FDA hat hier bereits im Vorjahr eine minimale, jedoch eindeutige Erhöhung des Risikos festgestellt, allerdings bei noch nicht näher geklärten Ursachen und bei einem extrem kleinen Ausgangsrisiko.

Bald strengere Vorschriften

Konsequenzen wird es jedenfalls geben, kündigt der Berufsvertreter der plastischen Chirurgen an. "Symptome im Umfeld von Brustimplantaten, die man früher weit eher hingenommen hat - leichte Entzündungen, schmerzhafte Kapseln oder Ansammlung von Flüssigkeiten um die Kapsel - wird man künftig sicher weit genauer beobachten. Ziel muss es sein, gute Implantate und härtere Forderungen für die Nachsorge zu schaffen." Auf EU-Ebene erarbeiten Experten derzeit neue Richtlinien, die laut Vogt bereits im Februar veröffentlicht werden sollen.

Silikon wird bei der Brustvergrößerung weiter verwendet, da auch die Alternativen ihre Tücken haben, so der Experte. "Fettinjektionen haben selbst bei genauer Platzierung Grenzen und Gesundheitsrisiken, ebenso Macrolane-Techniken, die zudem teils nur eine temporäre Lösung darstellen." Kochsalz-Implantate werden wegen schlechter Materialeigenschaften kaum mehr verwendet, während Eigengewebsaufbau zumindest nach Krebs gute Erfolge erzielt - bei allerdings hohem Aufwand und neuen Narben etwa am Unterbauch. "Alternativ bleibt noch, dass die Frau mit ihrer Brustform leben kann", betont Vogel.

(pte Austria)



Kommentare 0

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

 
noch 1000 Zeichen
 

Mehr auf Salzburg24.at
10 Tipps, wie Sie ohne Speck das Weihnachtsfest genießen können
Auf das Gansl-Essen folgt das vorweihnachtliche Schlemmen. Wir haben Tipps, wie Sie ohne zusätzlichen Speck um die [...] mehr »
Fortpflanzungsmedizingesetz: IVF will Möglichkeiten erweitern
Die drei Gesellschaften für In-Vitro-Fertilisation (IVF) in Österreich fordern die Ausweitung des Entwurfs für ein [...] mehr »
Krebsrahmenprogramm: Situation in Österreich verbesserungsfähig
Österreich belegt in internationalen Vergleichen seit Jahren regelmäßig vorderste Ränge, wenn es um die Versorgung [...] mehr »
Müde Österreicher: 80 Prozent fühlen sich ausgelaugt
80 Prozent der Österreicher fühlen sich laut einer Umfrage müde und ausgelaugt, 48 Prozent nicht leistungsfähig. mehr »
10 hilfreiche Tipps gegen unreine Haut
Kalte Luft, Wind und Heizungsluft – die Haut wird in der kalten Jahreszeit wieder strapaziert. VIENNA.at hat ein paar [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren

Als SALZBURG24.AT User anmelden:




Passwort vergessen?

Unregistrierter User:

Bei unregistrierten Benutzern wird der Kommentar erst nach einer Prüfung freigeschaltet. Beleidigende, rassistische, ausfällige oder nicht themenbezogene Kommentare werden nicht veröffentlicht. Kommentare von eingeloggten Usern werden sofort veröffentlicht.

Neu registrieren