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31. Oktober 2011 19:59; Akt.: 31.10.2011 20:03

Allerheiligen: Weltraum-Bestattung und der Liebste als Diamant

Die neueste Bestattungsmethode ist die Weltraumbestattung. Die neueste Bestattungsmethode ist die Weltraumbestattung. - © FMT-pictures F. M.
Das Pressen des Verstorbenen zu einem Diamanten, satellitengesteuertes Verstreuen der Asche im Weltraum inklusive Raketenstart sowie “bunte Begräbnisse” an außergewöhnlichen Orten in der Natur – das sind durchaus gefragte Kuriositäten, die das moderne Bestattungswesen zurzeit zu bieten hat.

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Die sich zunehmend zu umfassenden Dienstleistungsunternehmen wandelnden Totengräber berichten aber auch von mehrheitsfähigen Trends, wie zum Beispiel die rasante Zunahme von Feuerbestattungen, auch im ländlichen Bereich.

Am Land hat das gute alte Grab zwar noch nicht ausgedient, aber österreichweit wird bereits die Hälfte aller rund 77.000 Toten jährlich verbrannt, Tendenz rasant steigend. Der Grund dafür liege nicht nur bei den etwas niedrigeren Kosten, sagt die Bestattungsunternehmerin und Familientherapeutin Gerhild Ertl: “Es sind vor allem die vielen Möglichkeiten zu ganz privaten, individuellen Begräbnissen, die die Feuerbestattung ermöglicht. So kann die Asche auf Bäumen, Seen, in Wasserfontänen, Flüssen, Wiesen, Wäldern oder privaten Gärten begraben oder aus dem Flugzeug oder Luftballonen in den Wind verstreut werden”, erzählte Ertl und wies darauf hin, dass alle diese Begräbnisarten neun unterschiedlichen Landesgesetzen unterliegen, bewilligungspflichtig und zum Teil überhaupt nur im Ausland erlaubt seien.

Wichtig ist die Trauerarbeit

Besonders wichtig ist für Ertl, psychologisch geschulte Totengräberin aus Kärnten, aber die Trauerarbeit. “Ein Diamant aus der Asche des Toten am Finger oder dessen Fingerprint an einer Halskette verhindern wirklichen Abschied in vielen Fällen.” Ertl ortet neben den individuellen Bestattungen aber auch den Trend zur Flüchtigkeit: “Hinterbliebene nehmen sich immer öfter keine Zeit. Sie fühlen sich überfordert und delegieren alle Details. Sie wollen, dass ein Begräbnis einfach nur funktioniert, damit sie so schnell wie möglich ins gewohnte Leben zurück können. Früher standen die Uhren für ein paar Tage still bei einem familiären Todesfall, und man fand Zeit für Rituale und Trauer. Das wäre so wichtig, wird aber immer seltener.”

In Österreich gibt es knapp 600 Bestattungsunternehmer, darunter einfache Sargtischler bis hin zu mittelständischen Service-Unternehmern. Ein Begräbnis kostet meist 2.000 bis 3.000 Euro, wobei dies aber eher als “Entsorgung” bezeichnet werden muss, wie Franz Nechansky, stellvertretender Bundesinnungsmeister der Bestattungsunternehmer, im APA-Gespräch erklärt.

Je kurioser, desto teuerer

Die Kuriositäten der Branche sind natürlich teuer, so kostet etwa eine Weltraumbestattung 11.000 Euro aufwärts. Dafür werden sieben Gramm Asche bis zu 800.000 Kilometer weit ins All transportiert und dort verstreut. Wer die Asche seiner Toten per Heißluftballon oder Flugzeug über den Erdball verteilen will, muss 2.000 bis 4.000 Euro extra auslegen, und das Pressen des Verblichenen in einen Diamant ist ab 5.000 Euro zu haben, nach oben sind bei dieser Art des Verewigens zumindest finanziell keine Grenzen gesetzt. (APA)



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