Alpine Peace Crossing: Zu Fuß über den Krimmler Tauern

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Auf der Windbachalm am Weg zum Krimmler Tauern: Michael Kerbler (li.), Bürgermeister Erich Czerny, Bundespräsident Alexander van der Bellen und Ernst Löschner, Initiator des Alpine Peace Crossing.
Auf der Windbachalm am Weg zum Krimmler Tauern: Michael Kerbler (li.), Bürgermeister Erich Czerny, Bundespräsident Alexander van der Bellen und Ernst Löschner, Initiator des Alpine Peace Crossing. - © Tourismusverband Krimml.
Eine der bewegendsten Flüchtlingsgeschichten Salzburgs jährte sich heuer zum 70. Mal. Im Sommer 1947 marschierten tausende jüdische Mitbürger und Überlebende des Holocaust über den Krimmler Tauern (Pinzgau) nach Südtirol. In Erinnerung an das geschichtliche Ereignis wanderten am Samstag hunderte Menschen beim elften Alpine Peace Crossing (APC) von Krimml aus ins Südtirolerische Kasern. Einen Teil des Weges ging auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit.


In den Sommermonaten 1947 sind unzählige Gruppen von jeweils 200 Personen über den 2.633 Meter hohen Krimmler Tauernpass nach Südtirol geflüchtet und von dort weiter nach Genua mit Ziel Palästina. Österreich und besonders Salzburg waren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zur Drehscheibe des Exodus für 200.000 Juden aus Zentral- und Osteuropa geworden. Die Grenze nach Italien war ihnen versperrt. Der bis zu zehnstündige Fußmarsch über die Hohen Tauern war die anstrengendste und spektakulärste Fluchtroute für 5.000 Männer, Frauen und auch Kinder.

Um 07.00 Uhr am Startpunkt der Wanderung im Krimmler Tauernhaus: Ernst Löschner (APC), Marko Feingold, Alexander van der Bellen mit Ehefrau Doris Schmidauer, Landesrätin Martina Berthold und Bürgermeister Erich Czerny./Tourismusverband Krimml Um 07.00 Uhr am Startpunkt der Wanderung im Krimmler Tauernhaus: Ernst Löschner (APC), Marko Feingold, Alexander van der Bellen mit Ehefrau Doris Schmidauer, Landesrätin Martina Berthold und Bürgermeister Erich Czerny./Tourismusverband Krimml ©

Krimmler Tauernpass mit Symbolwirkung

An diesen Weg in die Freiheit erinnert seit zehn Jahren die Initiative Alpine Peace Crossing, mit einem Marsch der Erinnerung auf den Spuren dieser Flüchtlinge. Die Wanderung führt vom Krimmler Tauernhaus über die Passhöhe des Krimmler Tauern nach Kasern in Südtirol. “Der Krimmler Tauernpass ist zu einem Symbol geworden, was Menschen auf der Flucht alles auf sich nehmen, um ein sicheres Land zu erreichen. Damals wie heute sollen wir uns die Frage stellen, was wir beitragen können, um Menschen Sicherheit und Frieden gewährleisten zu können”, so Nationalparkreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler (Grüne) am Freitag anlässlich der Eröffnung des Friedensprojekts in Krimml.

Nach der Eröffnungsansprache von Bundespräsident Alexander Van der Bellen wurden die Themenschwerpunkte “Flüchtlinge sind Menschen” sowie “Der Pinzgau unter dem Hakenkreuz” behandelt. Die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema “70 Jahre jüdischer Exodus Krimml – Fluchtbewegung durch Europa” bildete den Abschluss des Festaktes.

Van der Bellen nahm an Wanderung teil

Am Samstag ging es im Zuge der Friedenswanderung über den Krimmler Tauern. Einen Teil des Weges – vom Krimmler Tauernhaus bis zur Windbachalm – begleitete Bundespräsident Alexander Van der Bellen gemeinsam mit seiner Ehefrau Doris Schmidauer die Wanderer.

Berthold: “Europa darf nicht wegschauen”

“Ich danke dem Verein Alpine Peace Crossing, der auf das Schicksaal der jüdischen Flüchtlinge aufmerksam macht. Der Krimmler Friedensdialog und die Gedächtnisüberquerung erinnern an die gefährliche Flucht der Menschen vor 70 Jahren über den Krimmler Tauernpass. Alpine Peace Crossing weist aber auch auf das Leid jener Menschen hin, die gegenwärtig auf Flucht und Asylsuche sind. Heute sind weltweit mehr Kinder, Frauen und Männer von Flucht und Vertreibung betroffen, als je zuvor. Ende 2016 waren es 65,6 Millionen Menschen. Das sind um 300.000 mehr Menschen als im Jahr zuvor und mehr Menschen als heute in Großbritannien leben. Wo menschliche Tragödien und Leid passieren, dort darf das zivilisierte Europa nicht wegschauen”, so Integrationslandesrätin Martina Berthold (Grüne), die ebenfalls bei Alpine Peace Crossing mitwanderte.

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