Analogastronauten für “Marsgletscher” gesucht

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Der Arbeitsplatz ist das ewige Eis, die Berufskleidung 45 Kilogramm schwer und Klaustrophobiker-ungeeignet, Bezahlung gibt’s keine für’s Aufklauben von Eis und Steinen, dafür virtuelle Meteoriteneinschläge: Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) sucht “Analogastronauten” für eine Mars-Missions-Simulation am Kaunertaler Gletscher (Tirol) im August 2015, gab es am Freitag in Wien bekannt.


Körperlich und geistig fitte Männer und Frauen können sich bis 28. November bewerben, sagte Norbert Frischauf vom ÖWF, der selbst einmal diese Tätigkeit ausgeführt hat und aktuell im Vorstand des Forums sitzt. “Wir suchen technikbegeisterte Menschen, die unter schwierigen Bedingungen wie Stress und Lärm konzentriert und sicher arbeiten”, sagte er. Monetäre Zuwendungen gäbe es im ehrenamtlich funktionierenden ÖWF keine, Frischauf verspricht den zukünftigen “Analogastronauten” jedoch “Spaß, Schulterklopfen und Verbeugungen in großer Menge”.

Die erfolgreichen Kandidaten würden fünf Monate lang am Raumanzugs-Simulator sowie in Biologie und Geologie trainiert, um unterschiedliche Experimente für nachgeahmte Weltraummissionen durchzuführen, außerdem bekommen sie ein Medientraining. Damit können sie wohl adäquat von ihren simulierten Erfolgen berichten.

Den Kaunertaler Gletscher wählten die ÖWF Experten aufgrund seiner Ähnlichkeit zu Marsgletschern, erklärten sie. Durch Virtual-Reality-Technik würde er dem Roten Planeten noch ähnlicher gestaltet. Die Analogastronauten könnten sich etwa mit einer Video-Brille auf einer Simulations-Plattform bewegen und würden nur über Funk mit der Missionskontrolle in Verbindung stehen. “Das bringt ‘noch mehr Mars’ zum Testgelände und ermöglicht auch die Darstellung von Szenarien, die im echten Leben zu gefährlich oder zu aufwendig wären, wie zum Beispiel den Einsatz einer Marsstation”, so Gernot Grömer vom ÖWF.

Bei der zehntägigen Simulation, an der laut ÖWF zahlreiche internationale Forscherteams teilnehmen, würde etwa getestet, wie man Leben im Eis entdecken kann. “Man weiß mittlerweile, dass es am Mars unter der Oberfläche jede Menge Eis gibt. Am Kaunertaler Gletscher, auf dem es natürlich wie fast überall auf der Erde Lebewesen gibt, können wir testen, ob man mit verschiedenen Weltraum-Techniken tatsächlich eine Chance hat, Leben zu finden”, erklärte Frischauf.

Bereits 2010 hat das ÖWF den Prototyp eines Weltraumanzugs am Kaunertaler Gletscher getestet. In den vergangenen Jahren wurden Simulationen u.a. in den Dachsteinhöhlen (OÖ) und in der Sahara durchgeführt.

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