USA, Großbritannien und Frankreich griffen Syrien an

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Schwere Explosionen in Damaskus
Schwere Explosionen in Damaskus - © SYRIAN GOVERNMENT'S CENTRAL MILI
Die USA, Frankreich und Großbritannien haben Syriens Präsident Bashar al-Assad mit dem größten gemeinsamen Luftangriff seit Kriegsausbruch vor neuen Giftgas-Einsätzen gewarnt. In der Nacht auf Samstag feuerten die drei Alliierten nach Angaben von US-Verteidigungsminister Jim Mattis über hundert Raketen von Schiffen und Flugzeugen auf Ziele in Syrien.

“Wir sind darauf vorbereitet, diese Art Antworten zu geben, bis das syrische Regime den Einsatz verbotener Chemikalien aufgibt”, kündigte US-Präsident Donald Trump an. In Anspielung auf Assad und den mutmaßlichen Giftgas-Angriff in Douma sagte er: “Dies sind nicht die Taten eines Mannes. Es sind die Verbrechen eines Monsters.”

Assad: Attacke vergrößert Entschiedenheit im Kampf gegen “Terrorismus”

Assad konterte, die Attacke vergrößere die Entschiedenheit im Kampf gegen “Terrorismus”. Sein Verbündeter Russland verzichtete auf einen Gegenschlag, beantragte aber eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates.

Merkel begrüßt westliche Strafkation

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, die eine deutsche Beteiligung an dem Einsatz abgelehnt hatte, begrüßte die westliche Strafaktion. In Deutschland löste die Attacke aber einen Parteien-Streit über die Syrien-Politik aus.

Karte Syrien mit Angriffszielen, Chemiewaffenlagern und von Assad-Truppen konrollierten Gebieten GRAFIK 0410-18, 88 x 85 mm

Sebastian Kurz: Weitere Eskalation verhindern

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) äußerte Verständnis für den begrenzten westlichen Militäreinsatz. Zugleich forderte er, eine weitere Eskalation zu verhindern. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker rief die syrische Regierung dazu auf, den Einsatz von Chemiewaffen zu beenden. Die Europäische Union steht nach Aussage von EU-Ratspräsident Donald Tusk bei den Angriffen auf Syrien hinter seinen Verbündeten. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte vor einer Eskalation der Syrienkrise mit unabsehbaren Folgen.

Mindestens sechs laute Detonationen seien in Damaskus zu hören gewesen, sagte ein Reuters-Augenzeuge. Über der Millionenstadt hätten sich Rauchwolken gebildet. Ein zweiter Zeuge schilderte Einschläge im Viertel Barzeh. Dort befinden sich größere Forschungseinrichtungen. Auch zwei Ziele in der Umgebung von Homs wurden angegriffen.

Zahlreiche Raketen laut Bericht abgefangen

Nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur TASS wurden die meisten Raketen von der syrischen Luftabwehr abgefangen. Die syrische Nachrichtenagentur SANA meldete, bei den Angriffen seien drei Zivilisten verletzt worden. Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson sprach von “signifikanten Auswirkungen” der Angriffe, die Assads künftige Möglichkeiten einschränken würden.

USA wollen Konfrontation mit russischen Kräften verhindern

Die USA machten deutlich, dass sie eine Konfrontation mit russischen Kräften verhindern wollten. Die Angriffe seien so geplant worden, dass das Risiko von Opfern unter russischen Einsatzkräften minimal gewesen sei, sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, keiner der Flugkörper sei in den Luftraum über die russischen Stützpunkte Tartus und Hmeimim eingedrungen.

Putin verurteilt Luftangriffe

Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilte die Luftangriffe. Sie verschärften die humanitäre Situation in Syrien und verursachten Leid für die Bevölkerung, teilte das russische Präsidialamt mit. Außer einer erneuten Anrufung des UN-Sicherheitsrates blieben konkrete Maßnahmen zunächst aus. Allerdings erwägt Russland nun die Lieferung von S-300-Raketenabwehrsystemen an Syrien und andere Staaten.

Weitere Angriffe möglich

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Großbritanniens Regierungschefin Theresa May erklärten, es handle sich um gezielte Angriffe auf Gebäude, die das syrische Regime zur Produktion von Chemiewaffen nutze. Wie auch Trump machten beide europäischen Politiker deutlich, es könne weitere Angriffe geben, sollte Assad wieder rote Linien überschreiten.

(APA)

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