Anif verzichtet: “Bundesliga will keine Dorfklubs haben”

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Für Westliga-Meister Anif bleibt der Zweitliga-Aufstieg weiterhin nur ein Traum.
Für Westliga-Meister Anif bleibt der Zweitliga-Aufstieg weiterhin nur ein Traum. - © Krugfoto
Sieben Monate kämpfen die Anifer Verantwortlichen darum, einen Zweitliga-Aufstieg zu realisieren. Am Donnerstag kam der traurige Entschluss: Beim Fußball-Westliga-Meister gingen alle verbliebenen Ambitionen in Luft auf. Obmann Norbert Schnöll liefert im SALZBURG24-Gespräch die Gründe und teilt gegen die Bundesliga aus.




Dabei suchte die Entwicklung der Flachgauer im österreichischen Amateurfußball seinesgleichen. In Anif wurde die letzten Jahre höchst professionell und erfolgreich gearbeitet. Ein Vize- und Meistertitel in der Westliga waren das Ergebnis der besten Amateurmannschaft Salzburgs. Ebenso schafften neben Reiner (Ried), Krainz und Pikkarainen (beide BW Linz) sechs weitere Spieler den Sprung über Anif in den Profi-Fußball.

Anifer kämpften wie die Löwen

Seit Juli 2017, als Anif den Punkterekord und den Meistertitel in der dritthöchsten Spielkasse in der Tasche hatte, kämpften vier ehrenamtliche Vorstandsmitglieder wie die Löwen, um den Traum vom Aufstieg wahr zu machen. Nachdem die Bundesliga-Reform präsentiert wurde, arbeiteten Schnöll und Co. alle benötigten Anforderungen sorgfältig ab. Erst beim Flutlicht gab es den ersten Rückschlag: Die Gemeinde ließ einen Bau einer Flutlichtanlage nicht zu. Der Verein machte sich auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten und dockte in Grödig an.

Patrick Greil (re.) und Co. mussten nach die Entscheidung mit hängenden Köpfen auf./Krugfoto Patrick Greil (re.) und Co. nahmen den Aufstiegsverzicht mit hängenden Köpfen wahr./Krugfoto ©

Schnöll: “Bundesliga will keine Dorfklubs haben”

Gespräche mit Grödig-Manager Haas, der sich sehr kooperativ zeigte, intensivierten sich und Anif war drauf und dran sich im Das.Goldberg-Stadion einzumieten. “Wir können den finanziellen Aufwand nicht stemmen”, sagte Schnöll sichtlich enttäuscht im SALZBURG24-Gespräch. Die Rede ist bei einem Gesamtpaket von 15.000 Euro pro Spiel. Inklusive Nebengeräusche wie ein temporär eingerichteter Kreisverkehr bei der Autobahn-Auffahrt um 45.000 Euro pro Saison. Laut Schnöll sei Grödig nicht für den Verzicht verantwortlich zu machen. Vielmehr stöße dem Obmann sauer auf, dass sich die Bundesliga so abweisend gegen Anif zeigte: “Es scheint, als ob die Bundesliga keine Dorfklubs wie Anif haben will!”

Weder für Anif, noch für Grödig führt der Weg in die neue zweite Liga./Krugfoto Weder für Anif, noch für Grödig führt der Weg in die neue zweite Liga./Krugfoto ©

Anif mit Lizenzverfahren alleine gelassen

Bis auf zwei Informationsabende seien die Salzburger in keinen Prozess mit eingebunden worden und fühlten sich komplett ignoriert. “Wenn man im österreichischen Fußball etwas erreichen will, ist man auf sich alleine gestellt. Da gilt das Motto ‘Friss oder stirb’, die Bundesliga pflegte keinerlei Kontakt”, ärgert sich Schnöll, der sich ein Miteinander oder eine Schnittstelle beim Lizenzverfahren gewünscht hätte. Im nächsten Jahr werden die Anifer dieses Vorhaben jedoch erneut angehen und erneut ihr Bestes dafür geben.

Bundesliga-Reform wirft Schatten voraus

Somit steht fest, dass in der Reformsaison kein Team aus der Regionalliga West in die neue zweite Liga aufsteigen wird. Angedacht war zunächst, dass mit der Reform auch Amateurvereine hinauf können. Das Vorhaben ging im Westen jedoch so richtig nach hinten los. Die Bundesliga ist nun damit konfrontiert, keine 16 Vereine für das neue Format finden zu können. “Da wäre ein Umdenken von Nöten”, fordert Schnöll.

Gut möglich, dass die Bundesliga mit dem Anifer Entschluss nun umdenkt und Vereine aus der Regionalliga Mitte und Ost nachzieht. Dazu müssten die Aufstiegsregelungen der jeweiligen Landesverbände angepasst und auch den Vereinen auf Platz vier und fünf der Aufstieg erlaubt werden. So oder so fehlt vor dem Ligastart am 17. März der Meisterschaft die nötige Aufstiegsbrisanz.

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