3. Oktober 2012 11:19; Akt.: 3.10.2012 11:23

Anklage gegen Ex-Telekom-Vorstände Sundt, Fischer, Colombo

Mitangeklagter Heinz Sundt im Korruptions-U-Ausschuss im Parlament. Mitangeklagter Heinz Sundt im Korruptions-U-Ausschuss im Parlament. - © APA
Die Staatsanwaltschaft Wien hat heute, Mittwoch, gegen die früheren Telekom-Vorstände Heinz Sundt, Rudolf Fischer und Stefano Colombo Anklage wegen des Verdachts auf Untreue erhoben.

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Angeklagt werden auch der Broker Johann Wanovits und ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter der Telekom Austria AG, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Dabei geht es um angebliche Kursmanipulationen im Jahr 2004, die zu Provisionszahlungen an 100 Telekom-Manager in Höhe von insgesamt 9 Mio. Euro geführt haben. Den Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Vorwurf: Manipulation des Aktienkurses

Der Vorwurf: Wanovits soll im Februar 2004 im Auftrag von Sundt, Fischer und Colombo Aktien der Telekom Austria AG lediglich zu dem Zweck gekauft haben, um einen Anstieg des Aktienkurses herbeizuführen, wodurch es zur Ausschüttung einer Provision von insgesamt rund 9 Mio. Euro an etwa 100 Führungskräfte des Unternehmens gekommen war.

Die angeklagten Vorstände sollen davon stark profitiert haben. Wanovits soll als Gegenleistung von der Telekom Austria mehr als 1,5 Mio. Euro erhalten haben, die zwischen 2004 und 2008 teilweise durch Bargeldzahlungen, teilweise über Scheingeschäfte transferiert worden sein sollen. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig; die Angeklagten haben das Recht, innerhalb von 14 Tagen Einspruch bei Gericht zu erheben.

Weitere Anklagen in Vorbereitung

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt in der Causa Telekom in verschiedenen Ermittlungssträngen und insgesamt gegen rund 40 Beschuldigte. Die Ermittlungen im Teilbereich Aktienoptionsgeschäfte wurden im Februar 2011 von der Staatsanwaltschaft aufgenommen. Das Ermittlungsverfahren hinsichtlich der von der Anklage nicht erfassten Verdachtsmomente werde – parallel zum bevorstehenden Hauptverfahren – fortgesetzt, so die Staatsanwaltschaft. Mit weiteren Anklagen sei zu rechnen.

(APA)



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