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Anklage gegen in Salzburg praktizierenden Krebsarzt erhoben

Anklage gegen in Salzburg praktizierenden Krebsarzt erhoben
Salzburg-Stadt - Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat jetzt Anklage gegen einen "Krebsarzt" wegen teils versuchten, teils vollendeten gewerbsmäßigen, schweren Betruges erhoben.

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Der gebürtige Deutsche habe im Zeitraum 1991 bis 2008 vier Patienten zur Bezahlung für die Behandlung von überhöhten Honoraren verleitet, in dem er ihnen vortäuschte, die von ihm angewandte Therapie sei wissenschaftlich anerkannt und zur Heilung, Lebensverlängerung oder Schmerzlinderung geeignet, lautet der Vorwurf. Der Mediziner hat bisher seine Unschuld beteuert. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

Der beschuldigte Mediziner, der in der Stadt Salzburg praktiziert, war laut Medienberichten in Deutschland ein prominenter, aber umstrittener Krebsarzt. In seine Praxis in Salzburg kamen auch Kranke aus Slowenien. Nach dem Tod von Patienten sprachen slowenische Onkologen von dubiosen Praktiken und schalteten die österreichische Ärztekammer ein. In einem Expertengutachten wurde dem Alternativmediziner "Schwindel, Geldmacherei und Ausnützung des Leids von Patienten" vorgeworfen.

So soll der Arzt einem krebskranken Slowenen Genesung oder eine Verlängerung seines Lebens um mindestens fünf Jahre versprochen haben. Eineinhalb Monate nach der Rückkehr aus Salzburg sei der Kranke dann verstorben. Der Sohn konnte Rechnungen über insgesamt 12.683,51 Euro für die Behandlungen in Salzburg vorlegen. Zudem musste der Vater 1.819 Euro für Nächtigungen in einem Hotel in Salzburg während der 14-tägigen Behandlung im April und Mai dieses Jahres aufbringen.

Nach Angaben slowenischer Ärzte hatte sich das Krebsgeschwür bei dem Mann schon so ausgebreitet, dass jede Operation aussichtslos gewesen wäre. Einem anderen Patienten soll der Arzt gesagt haben, dass die bei einer Röntgenuntersuchung festgestellte Vergrößerung des Krebsgeschwürs in seinem Körper "eine positive Reaktion auf die (alternative, Anm.) Behandlung" gewesen sei, kritisierten die slowenischen Onkologen in ihrem Gutachten weiter.

In der Anklageschrift wird dem Deutschen Betrug an vier Patienten angelastet. Eine krebskranke Frau habe für die Behandlung von Oktober 2002 bis Juli 2003 rund 30.500 Euro bezahlen müssen. Den anderen drei Patienten verrechnete er offenbar jeweils 11.000, 12.000 sowie 15.000 Euro. Anzeige erstattet wurde von der Ärztekammer Salzburg, Bundespolizeidirektion Salzburg, vom Amt der Salzburger Landesregierung und dem LKH Hartberg.

Der Beschuldigte wies bisher jegliche Schuld zurück und sprach von "schlechter Behandlung" anderer Ärzte und "Nachlässigkeit" vonseiten der Angehörigen. Zudem verwies er auf seine Publikationen: Darin habe er ausgeführt, dass die Therapie mit Eigenblut auch eine tumorreduzierende Wirkung zukomme. Der Anwalt des Krebsarztes war am Freitag für eine Stellungnahme gegenüber der APA vorerst nicht erreichbar.



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